Bastei

Bergtour mit Elektroesel in der Sächsischen Schweiz

Veronika Jacobi

Danke Mama! So stellst Du Dir das also vor: Ein bisschen durch die Sächsische Schweiz kurven… Alles hatte ganz schick angefangen, doch als sie mit ihrem kleinen Cabrio auf dem Elb-Parkplatz von Bad Schandau den Anker warf, wurde ich skeptisch. Minuten später bestellte sie „zwei von diesen I-Bikes“ in der Tourist-Info am Marktplatz. Na super! Nach einer kurzen Einweisung sitze ich nun auf diesem Alte-Leute-Fahrrad, hinten ein Körbchen und zwischen den Pedalen ein unförmiger Kunststoffkasten. „Jetzt komm schon“, ruft Mutter – „drück einfach auf die Zwei, dann geht’s viel leichter.“ Zum Glück geht es schön geradeaus am Elberadweg und schon an der ersten Steigung drücke ich beherzt auf den Knopf mit der „3“. Gar nicht mal so unangenehm…

Die Festung Königstein im Blick, will Mama übersetzen. Meinetwegen. Auf der Fähre jede Menge Radler und – ich zähle schnell durch – fast jeder zweite hat einen Akku am Rad. Und beileibe nicht nur Senioren. Da habe ich wohl mal wieder einen Trend verpasst.

Am anderen Ufer schieben sich bald immer neue Sandsteinwände und Felsformationen ins Bild, schön ist das. Bei Rathen sind links die Rauensteine zu sehen und dann jenseits der Elbe die Bastei mit ihrer berühmten Sandsteinbrücke. Bis nach Wehlen geht es ziemlich auf und ab und inzwischen schalte ich wie ein alter E-Bike-Hase zwischen den Leistungsstufen der Motorunterstützung herum. „Na – macht doch Spaß, oder“, fragt Mama auf der Fähre in Wehlen, doch den Triumph will ich ihr nicht gönnen. Noch nicht, jedenfalls.

Wohin jetzt? Mutter will den Zscherregrund hinauf und dann über Kohlgrund und Basteistraße auf die Höhen. Ich schaue auf den Akku: 75 Prozent, das sollte reichen. Im Grund ist es herrlich kühl und wirklich steil. Eigentlich sollte man hier zu Fuß unterwegs sein und nicht auf dem Elektro-Esel. Anderseits ist es ein ziemliches Vergnügen, so schwungvoll nach oben zu strampeln. Wir überholen einen Mountainbiker. Er schaut, als ob er uns nicht mögen würde und ein bisschen tut er mir leid. Kann vor lauter Anstrengung gar nicht die Natur genießen – und die ist wirklich sensationell. Links und rechts meterhohe Felsgestalten, alles ist Grün und die feuchte Luft voller Leben. Nach fünf Kilometern weitet sich die Landschaft zum Hochland zwischen Elb- und Polenztal und wir trudeln gemütlich über schmale Straßen dahin. Rathewalde und Cunnersdorf surren vorbei, ein kühles Lüftchen pfeift uns hinterher – so schön könnte Rad fahren immer sein.

Sogar bergab in Richtung Elbe geht es mit dem Elektrofahrrad schneller – sind ja ein paar Kilo mehr Schwungmasse dran. Porschdorf fliegt vorbei, da ist schon der Fluss zu sehen und die große Autobrücke von Bad Schandau. „Na Mädchen, kannst Du noch?“ Ich lächle Mama an und sage: „Klar. Wir können ja noch bis Schmilka – dort gebe ich ein Eis aus.“

Ihr wollt aktiv sein und euch gleichzeitig verwöhnen lassen? Passend zur Frühlingszeit haben wir ein schönes Angebot in der Sächsischen Schweiz für euch parat: „Bastei aktiv erleben“

Veronika Jacobi

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