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Russisches Flair auf Festung Königstein

Festung Königstein – Mittendrin im Wintermärchen

von Veronika Jacobi

„Was hat Dir denn am Besten gefallen“, fragte ich meine Nichte Clara auf dem Rückweg zum Parkplatz. Ich hatte wohl mit der Antwort „Weihnachtsmann“ gerechnet oder „Puppentheater“. Aber Clara antwortete wie aus der Pistole geschossen: „Walissa!“ und strahlte über das ganze Gesicht zwischen ihren blonden Zöpfen. Einen Moment dachte ich nach, doch nach fast drei Stunden auf der Festung Königstein fiel mir nichts ein: Spielleute und Handwerker in historischen Kostümen hatten wir gesehen, das wunderschöne Gewölbe voller Herrnhuter Sterne und natürlich den Weihnachtsmann. Aber Walissa?

Ich trank den letzten Schluck von meinem Kinderpunsch und schaute Clara fragend an. „Die war so schööön!“, sagte sie und dann wurde es mir klar. Ja – die „schöne Wassilissa“ aus den russischen Märchen hatten wir auch getroffen und es war auch nicht der Weihnachtsmann gewesen, sondern „Väterchen Frost“, dem wir begegnet waren. Ich meinte – „ja die war wirklich wunderschön“ und Clara nickte zufrieden. Mir war es gar nicht richtig aufgefallen, aber tatsächlich war es die Prise russisches Flair, die dem Festungsweihnachtsmarkt seine besondere Note gab. Die alten Märchen meiner Kindheit, die russische Banja mit Badestube und ja – auch die Stände mit gewissen alkoholischen Spezialitäten aus dem Land der unendlichen Taiga. Aber die spare ich mir für den nächsten Adventssonntag auf. Ohne Kinderbegleitung…

Veronika Jacobi

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