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Burg Kriebstein

Herbstaction & Kulturprogramm an der Burg Kriebstein

von Karina Wendt

In strahlendem gelb-orange leuchtet der bunte Blätterwald und gibt sich an einem der letzten milden Herbsttage alle Mühe dem Namen „Goldener Herbst“ Ehre zu machen. Faszinierend beobachte ich das Lichtspiel, das die Sonne im dichten Herbstwald zaubert, während die Blätter unter meinen Füßen laut rascheln. Einmal wieder Kind sein, dann würde ich jetzt fröhlich durch den Laubwald toben und ausgelassen mit den bunten Blättern werfen.

Der Herbst zeigte sich in diesem Jahr von seiner besonders milden Seite. Es wird leider nicht mehr lange dauern, bis auch die letzten Laubbäume ihr kahles Winterkleid anziehen werden. Für mich galt es daher noch einmal die wärmenden Strahlen der Sonne einzufangen und bei einem herbstlichen Ausflug den frischen Duft des Waldes in mich aufzunehmen.

Meine Route führte mich dieses Mal zur Burg Kriebstein. Diese liegt in Mittelsachsen direkt im Zentrum des Städtedreiecks Dresden-Chemnitz. Schon von weitem lugte die imposante Fassade der mittelalterlichen Burg durch die Wälder hindurch. Auf blankem Felsen erbaut, finde ich die Vorstellung immer wieder erstaunlich, wie die Menschen im Mittelalter solche riesigen – und beständigen – Gebäude erschaffen haben. Die Burg Kriebstein wird auch als „Sachsens schönste Ritterburg“ bezeichnet. Stolze 600 Jahre thront sie nun schon auf dem Felsen oberhalb der Talsperre und ist noch komplett erhalten.

Bei einer der zahlreichen Führungen, kann der Besucher den monumentalen Wohnturm vom tiefsten Keller bis zu den Dachgeschossetagen erkunden. Die Burgkapelle enthält wertvolle und beeindruckende Malereien aus dem 14. Jahrhundert. Die verschiedenen Festsäle der Burg können für Veranstaltungen gebucht werden und so wuseln auch bei meinem Besuch zahlreiche Hochzeitsgäste im Burginneren umher, um die letzten Vorbereitungen vor der Ankunft des Brautpaars zu treffen.

Eine Besichtigung der Burg, konnte ich mir also nicht entgehen lassen. Damit war mein Tag an der Burg Kriebstein aber noch lang nicht beendet. Als nächstes folgte eine kleine Wanderung durch den bunten Herbstwald bis hinunter zur Talsperre.

Wer nach dem Besuch der Burg bereits genug vom Kulturprogramm hat, der kann sich kurz vor der Talsperre richtig austoben. Hier gibt es nämlich einen Kletterwald, in dem der actionreiche Teil der Tagestour beginnen kann. Mit Karabinern an Stahlseilen gesichert und einem Schutzhelm auf dem Kopf geht es quer durch den Wald – angefangen bei einem kleinen Einführungsparcours zum warm werden – bis hin zum deutlich schwierigeren Routen in schwindelerregenden Höhen. Hier ist sowohl für kleine als auch große Abenteurer alles dabei, was das Herz begehrt.

Doch auch wer nicht ganz schwindelfrei ist, findet an der Talsperre vielfältige Möglichkeiten sich in der Natur auszutoben. Wie wäre es mit einer tiefenentspannten Boots- oder Fährfahrt entlang der Talsperre? Oder für die etwas sportlicheren Besucher: mit einer Kanu- oder Ruderboottour auf dem ruhigen Wasser? Für Erlebnisse, die noch lange im Kopf bleiben, gibt es direkt am Wasser außerdem noch ein Baumhaushotel und eine Seebühne auf der im Sommer zahlreiche Konzerte und Theatervorführungen gezeigt werden.

Bei meinem Plan zur Burg Kriebstein zu fahren, hatte ich ehrlicherweise zwar die Talsperre im Blick, jedoch hat es mich sehr überrascht, dass das Freizeitprogramm dort unten so vielfältig und bunt aussah.

Nachdem ich am Wasser noch ein paar Momente lang die herbstliche Sonne im Gesicht genossen habe, ging es für mich zurück durch den leuchtend gelben Wald. Der Tag in Kriebstein hat mich restlos begeistert. Die Burg, das Wetter, die umfangreichen Ausflugsmöglichkeiten… dieser Ausflug hatte für mich alles, was ich mir unter einem perfekten Herbsttag vorstelle.

Karina Wendt

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