Frühlingserwachen auf Burg Stolpen

Frühlingsausflug ins Mittelalter: Die Burg Stolpen

Wohin im Frühling? Die ersten frühlingshaften Tage in diesem Jahr habe ich direkt genutzt und bin mit Freunden wieder einmal in die Sächsische Schweiz gefahren. Nach einer diesmal eher gemütlichen Wanderung vom Kurort Rathen aus, beschließen wir auf dem Rückweg einen Stop in Stolpen einzulegen und die imposante Burg auf dem Basaltberg zu besichtigen. Obwohl ich bereits auf fast sämtlichen Schlössern in Sachsen unterwegs war, habe ich es aber bisher irgendwie noch nie hierher geschafft. Dabei liegt die Burg nur unweit von Dresden und vor den Toren des Elbsandsteingebirges. Zeit, dies zu ändern! Bereits als ich die Burg aus der Ferne sichte und schließlich betrete, denke ich mir: Wieso war ich hier eigentlich nicht schon früher?

Während die Schlösser in Moritzburg, Pillnitz und rund um Dresden eher märchenhaft schön anmuten, fasziniert mich die Burg Stolpen auf Anhieb durch ihre raue, mittelalterliche Atmosphäre. Kein Wunder, wurde die Burg schon im 12. Jahrhundert erbaut und danach stetig weiter ausgebaut.

Auf zum Burgabenteuer: Burg Stolpen

Quelle: Mandy Decker

Ich muss gestehen, dass ich bei meinem Besuch kaum etwas über die Burg und dessen Entstehungsgeschichte wusste. Das macht aber nichts. Vor Ort erfährt man in den Ausstellungen viele interessante Aspekte zur Historie der Burg.

Eingang zur Burg Stolpen

Quelle: Mandy Decker

Wie zum Beispiel, wie Folter in Strafprozessen im Mittelalter praktiziert wurde. Die Folterkammer zeigt Zeugnisse über die Methoden und natürlich einige der wirklich gruseligen Folterinstrumente.

Aber das ist noch nicht alles: Wusstet ihr, dass die Burg Stolpen den tiefsten Basaltbrunnen der Erde (84,39 m) beherbergt? Ein spannendes Detail, wie ich finde. In den Kellerräumen der Burg erfahren wir mehr über den Bau des Brunnens und des Stolpener Basalts – ein Vulkangestein, dass vor etwa 25 Millionen Jahren entstand und in dieser Gegend sehr selten ist. Dies erklärt schließlich auch die bizarr anmutenden schwarzen Gesteinformationen rund um die Burg.

Basaltgestein auf der Burg Stolpen

Quelle: Mandy Decker

Zwischen unseren Erkundungstouren auf und in den Burgbauten, genießen wir den Ausblick von der Burgterasse und von den Türmen, die begehbar sind. Schon nach kürzester Zeit bin ich total begeistert von der Burg, in der es an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken gibt.

Kanonen auf Burg Stolpen

Quelle: Mandy Decker

Ein weiteres Highlight wartet allerdings zum Schluss auf uns, als wir den sogenannten Coselturm besichtigen. Hier lebte nämlich eine der bekanntesten Bewohnerinnen der Burg, und zwar die Gräfin Cosel. Der Kurfürst August der Starke verbannte seine berühmteste Mätresse – und die Mutter dreier seiner Kinder – nach einem politischen Intrigenspiel aus Dresden auf die Burg, wo sie ihr restliches Leben als Gefangene fristete und schließlich im Alter von 85 Jahren verstarb. Nach ihrem Tod wurde sie in der Burgkapelle beerdigt.

Gräfin Cosel-Gedenkstein Burg Stolpen

Quelle: Mandy Decker

Im Coselturm selbst schauen wir uns ihre alten Gemächer an und bekommen einen Eindruck, wie sie damals gelebt hat. Auf uns wirken sie zwar nicht unbedingt sehr heimelig, aber für die damaligen Verhältnisse waren sie wohl doch recht gemütlich. Neben ihren ausgestellten persönlichen Fundstücken, erfährt man in der Ausstellung noch sehr viel mehr zu ihrem Leben.

Aber ich möchte nicht zu viel verraten: Viel mehr Spaß macht es die Burg – mit mit all ihren Geheimnissen – selbst zu entdecken. Für alle, die neben dem Burgabenteuer noch mehr erleben möchten, empfehle ich entweder vor oder nach dem Besuch eine Wanderung in der Sächsischen Schweiz anzuschließen – die perfekte Kombination für einen schönen Frühlingstag.

Mandy Decker

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für den schönen Beitrag. Die Burg sieht echt super aus und die werde ich mir bestimmt auch mal angucken. Wir fahren jetzt allerdings erstmal in den Urlaub nach Tirol. Ich hoffe es wird schönes und gutes Wetter, wenn wir da sind.

    • Hallo! Schön, dass dir unser Beitrag gefällt. Wir wünschen euch einen schönen Urlaub und freuen uns, euch bald in Sachsen begrüßen zu dürfen.

  Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.