Burg Hohnstein – Romantik am Nationalpark Sächsische Schweiz

Herbstwanderung von Rathen über die Burg Hohnstein zum Polenztal

Der Herbst zieht ein: Die Luft ist merklich kühler und frischer. Die Blätter sind schon in den schönsten Rot- und Gelbtönen gefärbt  und die Sonne taucht alles in ein warmes goldenes Licht. Mein Rucksack ist gepackt, die Trekking-Schuhe geschnürt: Der perfekte Tag für eine Wandertour in der Sächsischen Schweiz! Dieses Mal habe ich eine längere Strecke gewählt. Mit Freunden soll es heute von Rathen zur Burg Hohenstein und über das Polenztal zurückgehen. Auf 14 km geht es im wahrsten Sinne des Wortes im steten Wechsel bergauf und bergab! Welche Highlights euch auf dem Weg erwarten, verrate ich euch im folgenden Beitrag.

Ausgangspunkt Rathen

Der idyllisch gelegene Kurort Rathen, eingebettet von bizarren Sandsteinformationen und direkt an der Elbe gelegen, bildet den idealen Ausgangspunkt für viele Wanderungen- wie zum Beispiel zur Bastei. Heute geht es schnurstracks durch den Ortskern, entlang des Amselsees. Nach dem See, biege ich rechts ab und folge der grün-weißen Markierung. Der Weg führt noch relativ gemächlich bergauf durch den dichten Wald. In der Luft hängt der Duft von Tannennadeln und nasser Erde… leider tröpfelt es heute immer wieder vom Himmel herunter, trotz guter Wettervorhersage.

Kurort Rathen

Foto: Mandy Decker

Atemberaubende Aussichten vom Hockstein

Nachdem wir uns den Pfad hinauf durch den Wald gebahnt, einen Parkplatz überquert und dem Abzweig Hockstein/Hocksteinschänke/Rathewalde (blau-weißer Markierung folgen) erreicht habe, gelangen wir nach nicht allzu langer Zeit zum sogenannten Hockstein. Von hier aus habt ihr eine hervorragende Aussicht auf das, in 294 m, tief liegende Polenztal und die gegenüberliegende Burg Hohnstein, die auf einem imposanten Felsplateau thront. Im Mittelalter diente der Hockstein übrigens als Wehranlage.

Foto: Mandy Decker

Wolfsschlucht

Vom Hockstein heißt es nun: Hinab in die legendäre Wolfsschlucht! Viele Stufen auf engen Metalltreppen, auf denen nur eine Person Platz findet, führen durch enge Felspalten den Lehrpfad nach unten. Spätestens hier bin ich mehr als froh, dass wir den Wanderweg in der Richtung gewählt haben und nicht die tausend Stufen nach oben „schnaufen“ müssen.

Wolfsschlucht Hockstein

Foto: Mandy Decker

Foto: Mandy Decker

Burg Hohnstein

Im Tal angekommen folgen wir dem direkten Weg zur Burg Hohnstein, der ca. 10 bis 15 Minuten dauert. Wir erreichen Hohnstein via Straße. Die Beschilderung ist hier leider etwas verwirrend – man muss tatsächlich ein Stück die Straße hinauf laufen, bis man nach rechts in einen Feldweg abbiegen kann. Der Ort Hohnstein ist perfekt für eine Pause. Kleine Läden und süße Cafés sorgen für gemütliches Flair.

Foto: Mandy Decker


Die Burg Hohnstein selbst ist ebenfalls einen Besuch wert: Sie war einst kurfürstliches Jagdschloss und Staatsgefängnis, ab 1924 Jugendherberge und wurde später von den Nazis als Konzentrationslager genutzt. Heute ist die Burg wieder Jugendherberge und bietet einen spannenden Einblick in die Vergangenheit.

Bärengarten

Nach einer ausgiebigen Besichtigung und Stärkung im Restaurant der Burg, treten wir den Rückweg an. Nun folge ich dem Pfad über den Bärengarten. Wer sich fragt, was es damit auf sich hat… Ja, hier hielt der kurfürstliche Adel in der Tat echte Bären für die Jagd (man gönnt sich ja sonst nichts…). Heute sieht man von der 1m dicken Steinmauer, die als Schutz vor dem Entlaufen der Bären dienen sollte, nur noch einen Bruchteil. Aber dafür ist sie mit dem fließenden Hohnsteinbach ein hübscher Spot zum Fotografieren.

Foto: Mandy Decker

Polenztal

Über den Schindergraben wandere ich schließlich bergab zurück ins Polenztal. Ich genieße die Stille und Ruhe, denn jetzt sind wir ganz allein auf weiter Flur. Am Ende des Weges wartet noch eine kleine Holzbrücke, die über den Polenzfluss verläuft. Leider zieht sich nun langsam der Himmel immer weiter zu. Auf dem Polenztalweg erwischt uns plötzlich ein heftiger Regenschauer. Wir wandern schneller als uns lieb ist, können uns aber noch an der malerischen Landschaft mit den ersten herbstlich bunten Blättern und der Entdeckung eines Fliegenpilzes erfreuen.

Foto: Mandy Decker


Glücklicherweise hält der Regen nicht an und so sind wir nicht komplett durchnässt, als wir erschöpft, aber zufrieden in Rathen ankommen. Und schon denke ich bereits an das nächste Mal Wandern in der Sächsischen Schweiz – vielleicht schon im Schnee?
Seid ihr diese Rundwanderung bereits gewandert? Welche Spots haben euch am besten gefallen? 

Mandy Decker
Mandy Decker

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