/* */

„Höhenangst hat jeder – du musst nur was machen“ – Klettern in der Sächsischen Schweiz

von Nicole – unterwegsunddaheim.de

Klettern ist trendy geworden. Überall gibt es mittlerweile Kletterhallen und wer Feuer fängt, der will seine Kräfte auch mal in der echten Natur am Felsen testen. Die Sächsische Schweiz ist dafür ideal. Bad Schandau in der Nähe der Tschechischen Grenze gilt als Mekka für Kletterfreaks. Hier soll angeblich die Wiege des Kletterns liegen, weil fünf Turner 1864 beschlossen, die seltsam schlanken Steintürmchen hinaufzusteigen und Sandsteinstufen in den Fels zu schlagen. Hier also werde ich meine ersten Kletterversuche wagen.

Unser Guide Gedeon von der Kletterschule in Bad Schandau stattet uns mit dem notwendigen Equipment aus und erklärt uns wie man einen richtigen Knoten macht. Der Knoten ist das Wichtigste überhaupt. Check. Und schon geht es los. Gedeon traut uns einiges zu, wir beginnen mit Schwierigkeitsstufe 3. Die Finger suchen den Felsen nach Griffen ab, die Füße nach Tritten. Der Weg ist das Ziel. Und der Weg geht schnurstracks nach oben.

Mit mir wagen auch die beiden Jungs, Max (9 Jahre alt) und Tino (7 Jahre alt) ihre ersten Kletterversuche. Die beiden kraxeln die Sandsteinfelsen hoch als hätten sie nie was anderes gemacht. Dabei ist der Fels Ende Oktober so kalt, dass meine Finger bald steif werden. Immer in Bewegung bleiben, mahnt Kletterguide Gedeon. Ich hänge da oben, irgendwie wollen meine Finger keine Griffe mehr finden, meine Beine rutschen ab, und ich hätte jetzt Lust mich abseilen zu lassen. Ich habe doch Höhe, sage ich Kleinlaut, in der Hoffnung schneller wieder nach unten zu kommen. Nix da, du bleibst da oben und kletterst zur Spitze rauf, sagt Gedeon von unten herauf. Höhenangst habe jeder, sagt der Guide, es wäre normal, du musst einfach was machen, dann geht es. Vor Max und Tino kann ich mir die Blöße jetzt auch wirklich nicht geben. Ich reiße mich zusammen und schaffe es nach oben. Der dritte Fels mit kleinen Spalten und Überhängen ist geschafft. Zur Belohnung gibt`s eine Extraportion Abseilen – weil es so schön ist und Spaß macht.  Wieder festen Boden unter den Füßen bin ich wahnsinnig stolz auf mich.

Am nächsten Tag sehe ich auf der Bastei die Profis am Fels hängen. Wahnsinn. Jetzt erst weiß ich, wieviel Kraft, Mut und Mühe es kostet einen dieser zauberhaften Turmfelsen zu besteigen. Es sieht fantastisch aus und genauso fühlt man sich auch, wenn man einen dieser Felsen bezwungen hat – einfach grandios!

Fazit: Klettern ist nicht nur was für wilde Naturburschen mit knöchrigen Schultern. Klettern ist für all jene, die mal was wagen möchten. Für alle, die sich gerne in der Natur bewegen und Grenzen austesten. Und Klettern das ist weit mehr als ein Sport, klettern ist eine Philosophie, bei der man Lektionen für`s Leben lernt, doch davon berichte ich mehr auf meinem Blog unterwegsunddaheim.de. Hier könnt ihr noch viel mehr Geschichten zum Klettern und zu Sachsen finden. Schaut doch mal rein!

TMGS-Bloggerin Susann

  Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.