Panoramablick Sächische Schweiz

Sächsische Schweiz: Wanderung Schmilka – Affensteine – Lichtenhainer Wasserfall

von Mandy Decker

Erst kürzlich verschlug es mich wieder einmal zum Wandern in die Sächsische Schweiz. Dieses Mal eine gänzlich andere Strecke als bei meinen letzten Besuchen. Von Schmilka aus sollte es über die Affensteine sowie dem Carolafelsen zu dem Lichtenhainer Wasserfall gehen. Gesagt, getan. Neben spektakulären Aussichten erwartete mich auf dieser Wandertour aber auch ein bisschen mehr Abenteuer als geplant!

Erste Station und Startpunkt: Schmilka. Dieser kleine, verschlafen wirkende, aber bezaubernde Ort nahe der tschechischen Grenze, gefällt meiner Begleitung und mir auf Anhieb. Kleine Gässchen, schmucke Fachwerkhäuschen und die Hauptattraktion, die Schmilk‘sche Mühle laden bereits hier zum Verweilen ein. Schade eigentlich, dass wir heute keine Rundwanderung machen! Von hier aus schlagen wir den Weg in Richtung Affensteine/ Carolafelsen ein. Wir laufen immer weiter in den dichten Wald, die bizarren Sandsteinformationen vor uns. An der nächsten Weggabelung biegen wir in Richtung Heilige Stiege/ Heringsgrund ab. Von da an heißt es langsam, aber stetig bergauf. Die in den Sand und Felsen gehauenen Treppen werden nach und nach steiler und die Aussicht auf die Berge besser. Im Grün verstecken sich noch die einen oder anderen wilden Brombeeren, die ein wenig Farbe in den bisher sonst eher bewölkten Tag bringen.

Nachdem wir schließlich eine ewig lange steile Metalltreppe erklommen haben, bietet sich uns ein erster fantastischer Blick auf die – ja sind es die Affensteine? Wir haben ehrlich gesagt keine Ahnung, denn eine Beschilderung mit genau dem Namen finden wir nicht. Aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch. Von hier aus wandern wir weiter in Richtung Aussichtspunkt Carolafelsen. Nun bahnen sich doch noch die Sonnenstrahlen durch die Wolken und tauchen den bunt verfärbten Blätterwald in goldenes Licht.

Schließlich folgen wir dem Wegweiser zum Carolsfelsen, erklimmen die Treppen und müssen das letzte Stück ein wenig über Felsbrocken klettern. Und dann sind wir oben angelangt. Uns eröffnet sich ein atemberaubendes und wunderschönes Panorama über das Tal als auch die umliegenden Felsformationen. Wirklich der perfekte Platz für eine Pause in der warmen Herbstsonne und Zeit zum Genießen. Nach und nach füllen sich die umliegenden Plätze, aber dennoch herrscht eine angenehme Ruhe, so als ob man sich stillschweigend miteinander abgesprochen hätte.

Nach einer Weile müssen wir uns aber leider wieder auf die Socken machen, denn wir wollen noch bis zum Lichtenhainer Wasserfall, um von dort mit der Kirnitzschtalbahn nach Bad Schandau zurückzufahren. Die Route führt erst einmal am Wegweiser Carolafelsen links ab, von da an durch ein ausgetrocknetes Flussbett voller Steine und großer  Felsblöcke. Irgendwie sah es nicht ganz nach einem „richtigen“ Weg aus, aber eine andere Möglichkeit gab es nicht. Dann ein Schild: Links zu den Schrammsteinen, rechts in Richtung  Wilde Hölle. Nun ja. Ein Blick auf die Karte sagt uns, der „kürzeste“ Weg führ durch die Wilde Hölle. Klingt nur nicht gerade verheißungsvoll… So schlimm kann es ja nicht werden, denken wir uns.  Naja ich sage mal so: Wenn auf dem Wegweiser dazu in Klammern als Hinweis „schwierig“ steht, ist auch etwas Wahres dran!

Noch war alles wie auf dem Stück zuvor – es ging nur stetig bergab über Stock und Stein. Aufgrund des Regens die Tage zuvor, war alles etwas rutschig, was das Ganze doch etwas anstrengender machte auf die Dauer. Doch dann, ich ahne Ungutes, sehe ich wie andere Wanderer vor uns, an in den Felsen gehauene Stiegen „hängen“. Von nun an würde es abenteuerlich. Wir müssen uns an,  über und die Felsen hinauf, entlang hangeln und mehr  klettern als mir lieb ist in dem Moment. Gottseidank, ging es nicht tief ab, sonst wäre ich wieder umgekehrt. Stattdessen machte es mir dann doch irgendwie Spaß. Und so ein bisschen Adrenalin kann ja nicht schaden. Auf jeden Fall bin ich froh darüber diese Strecke nicht allein zu machen, denn da wäre ich an manchen Stellen echt aufgeschmissen gewesen.

Nachdem der „Ritt“ durch die Wilde Hölle geschafft ist, geht das letzte Teilstück eher gemächlich weiter. Bis zum Lichtenhainer Wasserfall laufen wir nun noch einmal durch den Wald. Und plötzlich… kommen wir uns vor, als wären wir mitten in Mittelerde bei den Hobbits oder einer Märchenlandschaft gelandet: Neben uns eine tiefgrüne, moosbedeckte Landschaft, hier und da ein paar größere Felsbrocken, kleine Nadelbäumchen, die noch wachsen müssen und darin ein paar wenige Bäume, die sich im Wind wiegen. Da kommt man direkt ins Träumen…

Nach ca. 3 Stunden allerdings wollen wir nun allerdings doch unser Ziel erreichen. Die Sonne scheint noch, wir werfen einen Blick auf den Wasserfall und kehren schließlich auf eine Stärkung in die nebenstehende Gaststätte ein. Danach heißt es dann aber auch Aufbruch und ab mit der historischen Kirnitzschtalbahn bis nach Bad Schandau, wo wir mit der S-Bahn zurück nach Dresden fahren. Ein wunderbarer Tag in der Sächsischen Schweiz ist vorbei, wir geschafft, aber glücklich über neue Eindrücke, atemberaubende Aussichten und eine abenteuerliche Kletterpartie mitten in der rauen Felslandschaft des Elbsandsteingebirges.

Mandy Decker
Mandy Decker

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