Winterlandschaft um das Spielzeugdorf Seiffen

Seiffen: Winterglück und Weihnachtsfreuden im Erzgebirge

Seiffen, das hübsche Spielzeugdorf, das mit 650 bis 700 Metern Höhe fast auf dem Kamm des Erzgebirges liegt, ist weltberühmt für sein Holzkunsthandwerk. Pyramiden, Bergmänner, Schwibbögen und Holzfiguren aller Art sind das ganze Jahr über allgegenwärtig im Ort und säumen dessen Gassen, Wege und sogar die Wegweiser. Im Seiffener Spielzeugmuseum und in den zahlreichen Schauwerkstätten kann man sich auf eine Entdeckungsreise in die Geschichte der „Männel“ begeben und ihren Machern bei der Arbeit zusehen. Doch bevor ich ihnen nachher noch einen Blick über die Schulter werfe, starte ich zunächst auf eine Winterwanderung, von denen man unzählige von Seiffen aus unternehmen kann. 

Holzkunst ist überall in Seiffen präsent

Foto: Rainer Weisflog

Winterwandern für die Seele

Etwas oberhalb des Ortes – am Freilichtmuseum Seiffen – knirscht der Schnee unter meinen Schuhsohlen. So muss ein Wintertag sein! Alles wirkt freundlich und ruhig. Die vom frischen Schnee gedämpfte Akustik wird nur durch die Rufe einiger Waldvögel unterbrochen. Während ich die Museumsanlage durchquere und die Kälte auf den Wangen kribbelt, habe ich nicht nur das Gefühl, dass die frische Luft den Arbeitsalltag in weite Ferne rückt, sondern mich auf Zeitreise führt. Insgesamt 14, teils original erhaltenen, Häuser zeigen im Freilichtmuseum das erzgebirgische Alltagsleben im 19. Jahrhundert. Im Mittelpunkt der Ausstellung, die sich auf diese kleine Siedlung mit Wasserkraftdrehwerk, Scheunen, Schuppen und Wohnhäusern verteilt, steht die erzgebirgische Spielwarenfertigung mit ihrer jahrhundertelangen Traditon.

Seiffener Kirche und Fachwerkhaus

Foto: Rainer Weisflog

Weiter geht’s durch die verträumte Winterlandschaft bis zum „Bingenblick“, von wo aus ich eine wunderbare Aussicht auf das Dorf Seiffen mit seiner charakteristischen Kirche habe. Die achteckige Bergkirche wurde nach dem Vorbild der Dresdner Frauenkirche errichtet und ist ein beliebtes Motiv für die regionalen Holzkunsterzeugnisse. Im Inneren des Gotteshauses vereinen sakrale Gegenstände aus Zinn, Seiffener Glas und Holz alle Handwerkszünfte des Dorfes. Die Wanderung führt mich durchs Dorfzentrum auf die gegenüberliegende Ortsseite und bergauf zurück zum Freilichtmuseum.

 

 

 Ski und Rodel gut: In Seiffen haben Winterfans die Qual der Wahl

Unterwegs treffe ich nicht nur Wanderer, auch Ski-Langläufer und Rodler sind auf Tour. Denn Seiffen bietet alles, was das Wintersportler-Herz begehrt. Neben den gut präparierten Winterwanderwegen wartet ein weitläufiges Loipen-Netz sowie drei Skipisten mit Rodelberg auf Fans der weißen Pracht. Eine Empfehlung für alle Ski-Längläufer ist die Seiffener Ortsloipe, die auf 12,8 Kilometern abwechslungsreich um das Spielzeugdorf führt und herrliche Ausblicke bietet. 

Wintersport im Erzgebirge

Foto: Rainer Weisflog

Wer es rasanter mag, wählt die Abfahrtsskier und befährt eine der drei Skipisten, die mit ihren insgesamt 1 800 Metern zwar zu den kleineren Pisten gehören, aber nicht weniger viel Spaß machen. Direkt daneben geht’s auf den Schlittenkufen bergabwärts – ein Gaudi für die ganze Familie. 
Weihnachtsboten aus Seiffen: Lichterengel und Bergmann

Foto: Rainer Weisflog

Seiffen ist Weihnachtsfreude

Nach so viel frischer Luft, ist es an der Zeit, sich aufzuwärmen. Wenn die Sonne hinter den Bergkuppen verschwindet, kann man sich den Nachmittag mit erzgebirgischen Leckereien versüßen – wie etwa mit dem puderzuckrigen Erzgebirgsstollen oder dem typischen „Neinerlaa“ (Neunerlei), das in den Gaststuben traditionell zur Weihnachtszeit serviert wird.  

Ergebirgsstollen Seiffen

Foto: Eva_Schalling

Wer lieber basteln statt schlemmen möchte, der besucht eine der Schauwerkstätten in Seiffen und fertigt in einem der angebotenen Kurse seine Weihnachtsgeschenke in diesem Jahr von Hand. Frohe Weihnachten! 
Lebendiges Handwerk im Spielzeugdorf Seiffen

Foto: Rainer Weisflog

   

TMGS-Bloggerin Cathrin
TMGS-Bloggerin Cathrin

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