Lausitzer Seenland

In die Lausitz? Mal Seen…

von Veronika Jacobi

Mit einer unbedachten Bemerkung hatte alles angefangen – „wie lange war ich nicht mehr am Senftenberger See?“ hatte ich gefragt und dabei wohl zu sehnsüchtig in die Vergangenheit geblickt. Das Ergebnis: Ein Gutschein. Von Marc. Von Camping und „Schnuppersegeln“ war darauf die Rede und einem tollen Tag – mit Marc. Naja – geschenkt ist geschenkt, habe ich gedacht und eines Juli-Freitags fand ich mich vor einem Zelt am Senftenberger See wieder. Mit einem leidlich kühlen Chardonnay im Plastikbecher in der Hand und einem gut gelaunten Marc an meiner Seite. Er freute sich offenbar auf Samstag, was immer er geplant hatte. Musste ich mir Sorgen machen? Ich musste, stellte sich am Morgen heraus. Wir marschieren zum Bootsverleih: Kein Segelboot in Sicht. Stattdessen saß ich ein paar Minuten später in einem Paddelboot, oder „Kanadier“ wie der Bootsverleiher gesagt hatte. „Wir müssen nur schnell zum Geierswalder See rüberpaddeln“ sagte Marc. Dort wird dann gesegelt. Zum Glück sitzt Marc vorn und sieht nicht, dass ich nur halbherzig mit meinem Stechpaddel im Wasser rühre.

„Willst Du uns schleusen?“ fragt er nach einer halben Stunde und lässt mich an einem blauen Hebel ziehen. Langsam öffnet sich das Schleusentor und die Spannung steigt. Wo bin ich hier eigentlich? Der Dreier-Kanadier wirkt etwas verloren in dieser Schlucht aus Stahlbeton, doch dann gesellen sich noch zwei Motorboote dazu und das Tor schließt sich. Showtime! Das Kanu wird in wenigen Minuten vier Meter nach oben gespült und schon öffnet sich das Tor auf der Gegenseite. Kurs: Geierswalder See.

Dort wartet schon ein Katamaran auf uns und Segellehrer Klaus. „Ihr habt Glück – ist ganz guter Wind!“ meint er und zaubert Schwimmwesten, Neoprenanzüge und -schuhe aus dem Lager neben seiner Strandbar. Eine kurze Einweisung, dann wird es ernst, will heißen: nass. Marc ist jetzt Bootsmann und für das Focksegel zuständig. „Klar zur Wende?“, fragt der Käpt’n. „Klar!“ brüllt Marc und alle ziehen die Köpfe ein. Das Segel saust darüber hinweg. „Fock dichter holen!“ – Marc gehorcht und die Steuerbordkufe des Katamarans hebt sich fast komplett aus dem Wasser. Yeah! Das macht wirklich Spaß und mehr als eine Stunde kreuzen wir über den See – herrlich! Als Höhepunkt zum Abschluss hat Klaus ein Kentermanöver vorgesehen: Katamaran umkippen und im Wasser wieder aufrichten. Klingt gefährlich, macht aber einen Mordsspaß – und klappt tatsächlich.

In der Strandbar spendiert Marc ein erfrischendes Getränk und eigentlich könnte man gut und gerne einfach hierbleiben. Am See, bis zum Sonnenuntergang. Doch dann fällt mein Blick auf ein Paddelboot am Strand. Unser Paddelboot. Bloß nicht an den Rückweg denken…

Haben Sie nun auch Lust gewonnen? Weitere Informationen zum Lausitzer Seenland gibt’s unter: www.lausitzerseenland.de

Veronika Jacobi

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