Bio-Bäckerei in Schmilka

von Monika Meurer

Für heute war eigentlich eine Radtour geplant „Bio und Bike“. Aber da es in Strömen regnet, haben wir auf das Bike verzichtet. Nicht aber auf bio.

In Schmilka, was fast am Ende der Welt liegt – na ja – nicht wirklich, aber direkt an der Grenze zu Tschechien gibt es seit knapp einem Jahr ein Bioprojekt. Kann man kaum glauben, ist aber so.

Alte Gebäude wurden umgebaut zu Biohotel, Biocafe, Bio-Brauerei oder Bio-Bäckerei. Wir haben angefangen im Café Richter. Das liegt am Elbufer und direkt an der Fähre Schmilka. Also egal auf welcher Elbseite man radelt (oder wandert) kann man das Bio-Café besuchen. Im Angebot sind auch etliche vegane Sachen. Der Ausblick geht direkt auf die Elbe und die Fähre. Und es gibt eine große Terrasse.

Von dort aus sind es laut Schild nur 263 Schritte zur Mühle mit Bio-Bäckerei. Stimmt nicht! Wir haben nachgezählt und nur 166 Schritte gebraucht…

Zuerst kommt allerdings die Brauerei und dann erst die Backstube, aber egal. Gebraut werden zwei Biersorten: hell und bernsteinfarben. Alle Zutaten sind bio und die Sudkessel stehen mitten im Saal, so dass man den Brauern zugucken kann, während man sein Bier trinkt. Spannend! Die Flaschen werden per Hand abgefüllt und da das Bier naturbelassen ist, ist es nicht sehr lange haltbar. Also am besten gleich trinken. Es wird auch in offener Gärung hergestellt. Also alles so schonend und rein wie möglich. Durch die alten Gebäude ist der Platz begrenzt und die Braumenge ist damit auch eingeschränkt. Das ist halt bei den natürlichen Produkten so: Wenn aus – dann aus!

Das Bier wird in einem Außenstand, der fast mittelalterlich anmutet, ausgeschenkt und man kann es im Biergarten oder in der Braustube trinken. Für zu Hause gibt es kleine 3l Fässchen oder Flaschen. Wir durften dann ganz am Schluss tatsächlich auch probieren… Mir hat ja das bernsteinfarbene am Besten gefallen.

Direkt nebenan ist die alte Backstube. Die ist auch räumlich begrenzt und so ist Backstube und Verkaufsraum gleich in einem. Der große Holzbackofen macht schön warm und gibt gleich ein uriges Flair. Um die Hitze von dem Buchenfeuer gut auszunutzen werden zunächst Zwiebelkuchen und Gemüsekuchen abgebacken und dann wird erst das Brot gebacken. Kuchen gibt es auch und zwar gleich in Wagenrad-Form und -Größe. Auch hier ist alles bio und vieles vegan. Von hier kommen die veganen Kekse für das Café Richter und als wir da waren wurden schon vegane Rosinenstollen gebacken. Es wird auch eine spezielle Weizenart verwendet, die dem Dinkel ähnlich ist und leichter verträglich sein soll.

Wenn man in der Backstube steht, hört man ein dumpfes hämmern und grollen. Kein Wunder. Direkt gegenüber wummert die alte Mühle und mahlt das Mehl für die Bäckerei. Zum Beispiel Vollkorn-Dinkelmehl. Das Mühlrad wird klassisch vom Mühlbach angetrieben und bringt die Mühlsteine in Schwung. Es dauert etwa 14 Tage bis ein Sack Mehl gemahlen ist. Hier gibt es also richtiges Slow-Food!!

Es gibt auch gleich nebenan schon einige Zimmer zum Übernachten und auf dem Areal wird gerade wieder ein Haus umgebaut. Das Badehaus. Hier soll man bald Bier-Bäder nehmen können. Einen Heilpraktiker und Physiotherapeuten gibt es auch im Verbund. Und so passt alles zusammen.

Beim Außenstand gibt es auch Bratwurst und Co. Und natürlich auch Säfte oder Limo im Angebot. Aber auch hier ist alles bio.

Man spürt deutlich, dass sich hier jemand Gedanken gemacht hat und sehr großen Wert auf Nachhaltigkeit legt. Auch bei der Energie wurde nachgedacht und zum Beispiel wird die Abwärme genutzt, um wieder andere Prozesse zu erwärmen. Ein wirklich gutes Projekt! Bitte mehr davon!

Eure Meurers!
achimmeurer.com

Monika Meurer

2 Kommentare

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