Kurort Rathen

Liebeserklärung an Dresden und die Sächsische Schweiz

Beitrag eingereicht von Melanie W.

Ich bin gebürtige Niedersächsin, habe jedoch auch berufsbedingt lange Zeit in Baden-Württemberg gelebt. Mit der Mentalität der Schwaben bin ich jedoch – wie viele andere – nie warm geworden.

Die Liebe verschlug mich vor einem Jahr nach Sachsen und ich habe mich noch nirgends so zu Hause gefühlt. Zugegebenermaßen war früher sächsisch für mich gleichbedeutend mit Ohrenkrebs, doch durch meinen Freund, der aus Bad Schandau stammt, und das vergangene Jahr habe ich das Wesen der Sachsen und auch deren Sprache schätzen gelernt. Ich wurde mittlerweile auch mehrfach des sächselns bezichtigt, doch ich empfinde das als Kompliment.

In Dresden und die Sächsische Schweiz habe ich mich sofort verliebt. Wenn ich sagen sollte, was an Sachsen am Schönsten ist – ich könnte es nicht, weil es zuviel davon gibt. Es ist beeindruckend, mit welcher Liebe zum Detail die im Krieg zerbombte Stadt Dresden wieder aufgebaut wurde. Wir flanieren so gerne an der Elbe entlang, sitzen auf den Elbwiesen oder an den Brühlschen Terrassen und genießen dabei ein Softeis (das bei den Wessis kaum irgendwo zu bekommen ist). Oft stöbern wir samstags über den Trödelmarkt an der Elbe und mein Freund schwelgt dann in Ostalgie.

Wir bestaunen, wie Canaletto, Caspar David Friedrich, Yadegar Asisi oder Johann Christian Dahl die Stadt und die Umgebung in Ihren Bildern festgehalten haben. Genießen fast jedes Wochenende bei Wanderungen in der Sächsischen Schweiz die Ausblicke von den Schrammsteinen, von der Bastei und den anderen Sandsteinformationen, quälen uns durch die „Wilde Hölle“ und steigen die Himmelsleiter empor. Keine Festungsanlage sah ich, die so massiv wie die Festung Königstein die Landschaft dominiert.

Unsere Feierabende verbringen wir – wie sollte es anders sein – in unserem kleinen Erholungsgarten am Zschoner Grund, den wir uns direkt nach dem Umzug gepachtet haben. Hin und wieder übernachten wir dort, kochen im freien und schlafen mit Blick auf umherschwirrende Glühwürmchen ein, wachen bei Vogelgezwitscher mit den ersten Sonnenstrahlen auf.

Auch mein Freund entdeckt seine Heimat mit mir ganz neu, früher hat sie ihn kaum interessiert und er war ebenfalls lange Zeit in Baden-Württemberg, wo wir uns kennenlernten. Erst jetzt entdeckt er die wundervolle Natur, aber auch die Werte wieder, die hier gelebt werden.

Ein besonderes Erlebnis war für uns ein Besuch der Felsenbühne in Rathen im Mai 2015, wo wir uns den Freischütz ansahen, nachdem wir zuvor den Tag am Amselsee und auf der Bastei verbracht hatten. Da Opern nicht jedermanns Sache sind, hatte ich Bedenken, dass mein Freund die Vorstellung eventuell vorzeitig verlassen will. Doch wir blieben bis zum Schluss. Sein Kommentar: „Ich habe zwar kein Wort verstanden, aber es war super!“

Auch wenn ich hier weniger Geld verdiene als in Baden-Württemberg, hatte ich noch nie so eine gute Atmosphäre bei der Arbeit wie hier in Sachsen. Es herrscht eine Kollegialität wie ich sie noch nirgends sonst gefunden habe. Meine Kollegen sind hilfsbereit und selbstlos, ich habe noch keinerlei Egoismus oder die typischen Ellenbogenspielchen erlebt, die ich von anderen Arbeitsstellen kenne.

 Ich freue mich jetzt schon auf die Schlössernacht, für die ich dieses Jahr Karten gewonnen habe. Und auf alles, was es noch zu entdecken gibt. Eine Elbdampferfahrt steht noch aus, Leipzig und Görlitz wollen besucht werden und auch den Elberadweg würde ich gerne abfahren. Wir möchten die Seenlandschaften, das Erz- und Fichtelgebirge erkunden. Diese Liste könnte ich endlos fortsetzen.

 Sachsen, das mit uns ist jetzt schon eine ganz große Liebe! Du hast mein Leben unglaublich bereichert!

Sachsen Tourismus

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