Beim Technical Enduro Race ist höchste Konzentration gefragt.

Mit dem Mountainbike über Stock und Stein: Technical Enduro Race im Erzgebirge

Schmale Holzbrücken, heftige Steilpassagen, fiese Paletten-Kurven, knackige Gegenanstiege: Das Technical Enduro Race in Thalheim im Erzgebirge hat es in sich. Dennoch stellten sich am 16. September fast fünfzig Mountainbiker dieser besonderen Herausforderung. Auf sechs Wertungsprüfungen mussten die Teilnehmer ihr Bestes geben. Geschwindigkeit und Technik waren das A und O. 

Eine der Herausforderungen: steile AbfahrtenFoto: Marco Hösel

Fuß aufsetzen verboten!

Kalt startete dieser Sonntag. Die ersten Enduristen, noch ausgestattet mit dicken Pullovern, holten sich ihr Starterpaket ab. Doch schon am Start der ersten Wertungsprüfung waren dünne Trikots angesagt. Das Wetter hatte Mitleid und entwickelte sich zu einem sonnigen Spätsommertag. Bevor es richtig zur Sache ging, konnten sich die Enduristen auf der ersten Wertungsprüfung „Reservoir Stage“ erst einmal einrollen. Die Strecke war einigen Startern aus dem letzten Jahr noch in Erinnerung. Unweit der Talsperre Stollberg schlängelt sich ein flowiger Trail durch den Fichtenwald. Viele Bodenwellen, Waldkurven, Wurzeln und auch ein paar kleinere Baumstämme mussten überwunden werden. Auf der zweiten Wertungsstrecke, der „Silver Mining Stage“, ging es ordentlich zur Sache. Spätestens jetzt wurde wirklich jedem Biker klar, worauf er sich bei diesem Rennen eingelassen hatte. Heftige Steilpassagen mit teils tiefen Löchern mussten durchfahren werden. Schmale Holzbrücken erforderten höchste Konzentration. Am Ende wartete noch eine steile Abfahrt in einen Steinbruch auf die Teilnehmer. Die gesamte Wertungsprüfung, ebenso wie die nächste, wurde als „No-Foot“-Sektion gewertet. Dies bedeutete, dass Streckenposten die Fahrer genau beobachteten und das Herabsetzen eines Fußes sofort mit einer Zeitstrafe geahndet wurde.

Steil, steiler, Mountainbike.Foto: Marco Hösel

Die vierte sogenannte „Brennero-Stage“ kam gänzlich ohne künstliche Hindernissen aus. Und war dennoch äußerst anspruchsvoll. Im durchweg steilen Gelände mussten die Teilnehmer ihr Bike ganz sicher beherrschen, damit beim Hinterrad-Versetzen nichts schief ging. Unzählige Serpentinen auf trockenem, staubigem und rutschigem Waldboden mussten ohne große Fahrfehler überwunden werden. Die Streckenposten ahndeten wieder jedes Fußabsetzen der Fahrer mit bitteren Strafsekunden.

Mit Mut zum Erfolg

Ein weiterer Zuschauermagnet war die „Alpin-Stage“ auf dem Thalheimer Skihang. Einige Fahrer dachten, sie hätten es nach dem ersten Abschnitt geschafft. Doch als sie dann aus dem Wald auf die Wiese des Skihangs kamen, machten einige Holzhindernisse und unzählige eng abgesteckte Wiesenkurven diese Strecke wirklich kniffelig. Und: Fuß runter wurde abermals bestraft. Besonders fies war eine Kurve mit Paletten. Diese waren in einem sehr schwierig zu fahrenden Abstand gelegt und sorgten für die ein oder andere ungewollte Bodenprobe – oder anders gesagt – in glimpflich ausgegangenen Stürzen.

Hindernisse sind für Mountainbiker kein Problem.Foto: Marco Hösel

Die sechste und damit letzte Wertungsprüfung fand wieder traditionell auf dem Gelände des Thalheimer Gewerbeparks statt. Die Fahrer mussten einen Rundkurs absolvieren, der mit großen Metallfässern, einer riesigen Feuerschale, rutschigen Holzpaletten und wackligen Autoreifen gespickt war. Dies natürlich wieder „No-Foot“. Einige Hindernisse konnten durch wesentlich einfachere – jedoch auch deutlich langsamere Streckenvarianten – umgangen werden. So kosteten die Elemente den Teilnehmern nicht nur ihre letzten Kraftreserven, sondern erforderten auch viel Mut und Entschlossenheit, wenn sie die schwierigen Elemente überwinden wollten. 

Beim Technical Enduro Race muss man sein Bike perfekt beherrschen.Foto: Marco Hösel

Am Ende des Wettkampftages kam natürlich die Siegerehrung. Auch in diesem Jahr gab es wieder drei Wertungsklassen. Mit einem Abstand von über einer Minute siegte am Ende Christian Müller in der Elite-Klasse der Herren. Hinter ihm folgte auf Platz zwei Erik Fickelscheer und auf Platz drei Stephan Hofmann. Es stellten sich vier Frauen der besonderen Herausforderung. Andrea Wesp siegte mit über 6 Minuten Vorsprung vor Juditz Getz auf Platz zwei und Kristin Höring auf Platz drei. In der Hobby-Klasse der Herren entschied Max Ruth das Rennen für sich. Auf Platz zwei folgte Valentin Kumpe und auf Platz drei Marc Hochheim. Für das in diesem Jahr wieder sehr erfolgreiche Technical Enduro Race mussten wir so einiges vorbereiten: Der Streckenbau trieb uns die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn. Fast zehn Kilometer Absperrband haben wir verbraucht. Am Ende lohnte sich alles gewaltig. Und das durchweg positive Feedback der Teilnehmer motiviert uns jedes Jahr aufs Neue, im nächsten Jahr wieder anzugreifen.

Marco Hoesel
Marco Hoesel

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