Unterwegs auf dem Pleißeradweg

Auf dem Pleißeradweg: Eine Radtour durch die Zeit

Im Ort Ebersbrunn bei Zwickau entspringt die Pleiße, welche etwa 110 Kilometer durch die Region, über das Altenburger Land bis zur Mündung der Pleiße in die Weiße Elster in Leipzig fließt. Dem gesamten Flusslauf folgt der Pleißeradweg. Wenn ihr ihm von Süden nach Norden folgt, erlebt ihr eine einmalige Reise durch die Zeit, vorbei an eindrucksvollen Industriedenkmälern, die die Geschichte der Region lebendig halten. Weiter nördlich tritt die Landschaft mit ihren weiten Flußauen, die zum Teil unter Naturschutz stehen, in den Vordergrund. Also schnappt eure Räder und entdeckt diesen Teil Sachsens!

Unter Dampf

Die Tour beginnt an der Quelle der Pleiße in Ebersbrunn auf 443 Metern Höhe. Auf Asphalt und Pflasterstraßen fährt sich das Rad wie von selbst. Spätestens in Werdau und Crimmitschau solltet Ihr einen Abstecher einplanen.

In Werdau erwartet euch unter anderem das Stadt- und Dampfmaschinenmuseum Werdau. Das Gebäude zählt zu den ältesten der Stadt. 1781 wurde es für Friedrich August Baumgarten gebaut, dessen Urenkel Georg Baumgarten später als Erfinder des ersten lenkbaren Luftschiffes in die Geschichte einging. Im originalen Maschinenhaus von damals erlebt ihr die Dampfmaschine mit Elektromotor bei regelmäßigen Vorführungen in Aktion und lasst euch von ihren 600 PS beeindrucken.

Verborgene Schätze am Pleißeradweg

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Mit deutlich weniger PS, dafür mit eigener Muskelkraft führt euch der Pleißeradweg weiter nach Crimmitschau – früher auch bekannt als „Stadt der 100 Schornsteine“. Vor 100 Jahren entstand im Westen der Stadt ein Villenviertel für die wohlhabenden Fabrikanten der Tuchwebereien. Die Wohngebäude dort sollten durch den Westwind im „frischen“ Luftzug stehen und vom staubigen Ruß der Fabrikschornsteine verschont werden. So entwickelte sich eines der bedeutendsten Villenquartiere Mitteldeutschlands, dessen Geschichte unter anderem in der Tuchfabrik Gebrüder Pfau, heute Teil des Sächsischen Industriemuseums, aufgegriffen wird.

Stadt- und Dampfmaschinenmuseum WerdauFoto: mattrose

Die 1885 entstandene Tuchfabrik ist – dank ihres vollständig erhaltenen Gebäude- und Maschinenbestands – einzigartig in Mitteleuropa. Ehemaligen Mitarbeiter der Tuchfabrik führen den Besucherinnen und Besuchern gerne vor, wie im Lärm der Maschinen mit pfeilschnellen Schiffchen auf den Webstühlen Textilien produziert wurden.

Tuchfabrik Gebrüder Pfau in CrimmitschauFoto: Oliver Göhler

Mit dem Rad durchs Neuseenland

Auf dem Weg nach Leipzig, wo die Pleiße in den Leipziger Gewässerknoten mündet und der Pleißeradweg endet, gibt es noch vieles zu sehen und zu erleben: Sogar ein kurzer Abstecher nach Thüringen liegt auf der Route: Im Altenburger Land radelt ihr durch typische Dörfer mit ihren Vierseitenhöfen, die zu einer Pause einladen. Altenburg selbst ist einen Tagesausflug wert – bevor es dann weiter in Richtung Leipziger Neuseenland geht. 

Radfahrer im Leipziger Neuseenland

Dort erlebt ihr den Wandel einer ganzen Landschaft hautnah. Wo sich vor drei Jahrzehnten  noch die Kohlebagger in die Erde fraßen und riesige Tagebaulöcher das Bild prägten, fahrt ihr heute an den neu entstandenen Seen fast schon durch eine mediterrane Gegend. Überall laden Strände zum Ausspannen ein und es bietet sich natürlich an, mit einem Sprung in das kühle Wasser sich von der Fahrrad-Fahrt zu erfrischen. Der Pleißeradweg endet schließlich in Leipzig, wo ihr durchaus noch ein paar Tage einplanen könnt, denn die Stadt hat viel zu bieten: Kultur, tolle Architektur, Sport, Szeneviertel und nicht zuletzt ein spannendes Nachtleben. 

Wem die 110 Kilometer des Pleißeradwegs zu viel sind, kann auch nur Teilstrecken auf dem Rad zurücklegen und dann auf die zwischen Zwickau und Leipzig fahrende S-Bahn umsteigen. 

TMGS-Bloggerin Katharina
TMGS-Bloggerin Katharina

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