Radfahren entlang der Mulde

Der Mulderadweg: Ein Fluss, viele Wege

Vorbei an flachen Tälern, sanften grünen Hügeln, charmanten Ortschaften sowie vielerlei Sehenswürdigkeiten schlängelt sich die Mulde wildromantisch durch Sachsen. Immer entlang des Flusses führt der Mulderadweg den wir euch vorstellen wollen.

Die Mulde hat zwei Quellen, in Tschechien und im Vogtland und vereinigt sich erst in Sermuth, einem Ortsteil der Stadt Colditz, zu einem großen Fluss, der letztendlich in die Elbe mündet. Diese natürliche Aufteilung teilt auch den Mulderadweg in drei Abschnitte: Ihr fahrt entlang der Zwickauer Mulde, der Freiberger Mulde und der Vereinigten Mulde. Jeden der Abschnitte unterteilt die zuständige Koordinierungsstelle Mulderadweg in fünf Etappen, die zwischen 8 und 50 Kilometer lang sind.

Zwickauer Mulde bei WaldenburgFoto: Katja Eidam

Ein Weg, viele Möglichkeiten

Durch seine Dreiteilung könnt ihr den Mulderadweg auf mehrere Arten erkunden. Ihr könnt in Schöneck, der höchstgelegenen Stadt des Vogtlandes starten und folgt dann dem westlichen Flussarm, der Zwickauer Mulde. Dieser etwa 156 Kilometer lange Abschnitt führt durch schattige Wälder über die Stadt Aue nach Zwickau bis nach Sermuth. Auf überwiegend asphaltierten Wegen radelt ihr vom Gebirge ins Flachland.

Auf dem Weg nach Aue fährt man durch schattige Wälder.Foto: Photo-2U.de

In Muldenhammer kann nicht nur ein historischer Hochofen besichtigt werden, im Ortsteil Morgenröthe-Rautenkranz ist auch die Deutsche Raumfahrtausstellung beheimatet. Über Schönheide und Eibenstock fahrt ihr weiter Richtung Aue. Auf dem Weg nach Zwickau kommt ihr durch viele kleinere Ortschaften. Unterwegs könnt ihr einen Wehrturm, Kirchen und auch einen alten Bergbaustollen, die Prinzenhöhle in Hartenstein besichtigen. Dort wurde Prinz Ernst von Sachsen 1455 gefangen gehalten. In Zwickau fast ein Muss ist das August Horch Museum, wo die Geschichte des Autobaus in der Region lebendig gehalten wird.

Oldtimer im August Horch Museum ZwickauFoto: Matthias Rose

Wo man hinsieht, Schlösser

Über Glauchau geht es weiter bis nach Rochlitz. Diese Etappe ist mit einer Länge von fast 45 Kilometern und zwei Anstiegen sehr anspruchsvoll. Doch unterwegs gibt es viel zu sehen und Möglichkeiten zum Verschnaufen. Euch erwarten die Erzgebirgsstadt Limbach-Oberfrohna mit dem Schloss Wolkenburg und dem Wolkenburger Bergbaurevier. Wer möchte, kann hier auf dem gut ausgeschilderten Bergbaulehrpfad wandern und die Standorte von 26 ehemaligen Silbererzgruben besichtigen. Dann fahrt ihr weiter in Richtung Amerika. Ja, richtig gelesen: Amerika. So heißt der kleinste Ortsteil der Stadt Penig. Wenn ihr also schon immer mal die Neue Welt durchqueren wolltet, habt ihr dort die Chance. In Rochlitz lohnt sich auch ein Abstecher zum Schloss, welches über der Zwickauer Mulde auf einem schmalen Ausläufer des Rochlitzer Berges liegt. Oder ihr schaut euch Schloss Colditz im nächsten Ort an. Und dann habt ihr diesen Abschnitt auch schon geschafft. Sermuth kommt in Sicht und damit der Punkt an dem sich die Zwickauer Mulde mit der Freiberger Mulde vereint.

Entlang des Mulderadwegs sind zahlreiche Schlösser zu sehenFoto: K. Lange

Bergbautradition erfahren

Wer es anspruchsvoller mag, kann in Rechenberg-Bienenmühle starten und etwa 115 Kilometer entlang der Freiberger Mulde radeln, die eigentlich schon im tschechischen Moldava entspringt. Zu Beginn dieser Strecke sind einige kleinere Anstiege zu meistern. Wer eine gute Kondition hat, für den ist diese hügelige Strecke genau das richtige. Der Weg führt euch durch das Erzgebirge bis ins Leipziger Tiefland. In Freiberg schaut Ihr Euch das Besucherbergwerk an. Zwar wurde der aktive Bergbau in der Stadt schon 1969 eingestellt, doch könnt ihr hier, wie die damaligen Bergleute, die engen Gängen in einer Tiefe von 150 Metern durchqueren.

150 Meter unter Tage im Besucherbergwerk FreibergFoto: Ralf Menzel

Oder aber ihr bestaunt die Mineralienausstellung terra mineralia. Am Abend lauscht ihr einem Orgelkonzert im Freiberger Dom St. Marien. Diese finden seit über 70 Jahren zwischen Mai und Oktober jeden Donnerstag statt.

Beeindruckender Naturschatz: Quarz in der terra mineraliaFoto: Foto-Böhme Frauenstein / Detlev Müller

Am nächsten Tag geht es für euch weiter in Richtung der Kleinstädte Nossen, Roßwein und Döbeln. Dort könnt ihr durchatmen und euch zur Abwechslung mal kutschieren lassen – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in Döbeln könnt ihr mit der originalgetreu restaurierten Pferdebahn, die einzige ihrer Art in ganz Deutschland, fahren und die Innenstadt auf euch wirken lassen. Erholt geht es damit auf die letzte Etappe nach Sermuth, wo die Freiberger Mulde auf ihre Schwester, die Zwickauer Mulde trifft. Unterwegs erblickt ihr schon von Weitem die über dem Muldetal thronende Burg Mildenstein in Leisnig, die mit einer Dauerausstellung zur Burggeschichte und Sonderausstellungen aufwartet.

Picknick mit Blick auf Burg MildestenFoto: K. Lange

Aus zwei Flüssen wird einer

An diesem Punkt wird aus den zwei kleinen Gewässern ein beachtlicher, stellenweise sehr breiter und gemächlicher Fluss, die Vereinigte Mulde. Von hier aus sind es 122 Kilometer bis sich die Mulde mit der Elbe vereinigt. Der Radweg verläuft nun auch mal fernab vom Fluss. Für euch wird das Radeln hier einfacher: Der Weg ist flach, asphaltierte Strecken wechseln sich mit Feldwegen aber auch mäßig befahrenen Straßen ab. Auf der ersten Etappe kommt ihr durch Grimma, deren Altstadt einen Abstecher lohnt. Vor Wurzen bietet der Bismarckturm Dehnitz einen Blick über die weite Muldenlandschaft. In diesem nördlichen Abschnitt der Mulde zeigt sich ein besonderes Phänomen der Flusses, welches das Landschaftsbild hier besonders prägt. Schleifen, sogenannte Mäander, werden seitlich vom Fluss abgetragen. Sie sind wegen ihrer leichten Strömung und ihrer Tiefe vor allem bei Anglern beliebt. Von Eilenburg geht es weiter nach Norden. In Bad Düben könnt ihr eine historische Bockwindmühle und auch eine Bergschiffmühle besichtigen. Letztere war bis 1956 auf der Mulde im Einsatz und wurde dann in den Garten der Burg umgesetzt.

Schloss Trebsen am MelderadwegFoto: K. Lange

Fast geschafft

Dann fahrt ihr schon auf dem letzten Stück des sächsischen Mulderadwegs. Auf dem Muldedamm radelt ihr vorbei an Löbnitz im Leipziger Neuseenland und fahrt, ohne es zu merken, über die Bundeslandgrenze nach Sachsen-Anhalt. Von Bitterfeld-Wolfen sind es dann nur noch etwa 30 Kilometer entlang der unteren Mulde bis nach Dessau-Roßlau, wo sich die Mulde mit der Elbe vereinigt.

Natürlich könnt ihr die Abschnitte des Mulderadwegs miteinander kombinieren, wie ihr möchtet oder die Strecke aus der anderen Richtung erradeln und erleben. In Dessau-Roßlau könnt ihr eure Reise auch auf dem Elberadweg weiterführen.
Noch ein Tipp für euch: Holt euch den offiziellen Flyer zum Mulderadweg. Dort sind zehn Museen und Schlösser entlang der Strecke aufgeführt bei denen ihr mit dem Flyer ermäßigen Eintritt bekommt. Wenn ihr außerdem an mindestens sechs Stellen einen Stempel auf dem Flyer sammelt und die Postkarte an die Koordinierungsstelle Mulderadweg zurückschickt, erhaltet ihr ein kleines Radlergeschenk zugesandt.

Karten, GPS-Daten und umfassende Informationen zum Mulderadweg findet ihr auch auf der offiziellen Seite des Mulderadwegs.

Paddeln auf der Mulde

Das Muldetal ist nicht nur für Radfahrer ein wahres Paradies. Auch Wassersportler fühlen sich hier wohl und können unberührte Natur erleben – ob mit Kanu, Boot oder Floß. Denn die Mulde ist einer der wenigen Flüsse in Deutschland mit einem weitgehend naturbelassenen Flussverlauf.

Zwickauer Mulde bei RochlitzFoto: Guenther Oliver
Statt in künstlich begradigten Kanälen fließt die Mulde in ihren angestammten kurvigen Bahnen dahin. Folgt ihr dem Fluss zu Wasser, erlebt ihr die einzigartige und altertümliche Flusslandschaft von ihrer schönsten Seite. Wer sich leise verhält und auch ein bisschen Glück hat, kann sogar Biber sehen oder seltene Vogelarten wie den Weißstorch oder den Eisvogel.

Nur beschaulich wird es allerdings nicht. Fahrerisches Können ist vonnöten. Denn unterwegs werdet ihr, je nach gewählter Strecke, auch auf Stromschnellen treffen. Ihr solltet also auf jeden Fall Wechselkleidung einpacken; falls ihr doch mal kentert.

Der Mulderadweg schlängelt sich durch saftige Wiesen und grüne Wälder. Foto: Alexander Klich

Auf der überwiegend naturbelassenen Strecke, gibt es nur einige wenige Wehranlagen, die heute zur Stromerzeugung dienen. Kraft dafür bringt die Mulde allemal mit. Früher galt die Mulde sogar als schnellster Fluss Mitteleuropas. Zwar lässt sich das heute nicht mehr bestätigen, doch fließt die Mulde tatsächlich sehr schnell.

Ihr wollt eine Tour auf der Mulde unternehmen? Kein Problem. Wassersport Sachsen bietet Fahrten auf allen drei Muldearmen an.

Für die Vereinigte Mulde werden Touren mit dem Schlauchkanu oder einem größeren Schlauchboot angeboten. Wer selbst eine Tour auf einer der drei Muldeabschnitte planen möchte, kann auch Schlauchboote mieten, abholen und sich alleine ins Abenteuer stürzen.

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Show us your place to see and #winatriptosaxony – Instagram-GewinnspielFoto: Anita Demianowicz (Rakotzbrücke)

TMGS-Bloggerin Cathrin
TMGS-Bloggerin Cathrin

3 Kommentare

  1. Liebe Katharina,
    wir planen mit 34 Radlern eine our von Wendelstein Mfr. nach Zukowo/Polen Nähe Danzig.
    Die Etappen in Deutschland sind Wendelstein, Bayreuth, Plauen, Colditz, Drehna, Bad Saarow, Angermünde. In Polen Stettin, Misdroy, Kolberg und Lebork.

    Gibt es Radkarten von Thüringen, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern?
    Über Fundstellen, Ansprechpartner würde ich mich freuen.
    Grüße
    Kurt

  2. Deine Bilder des Mulde-Radweges sind sehr schön und ansprechend. Unsere Truppe wird sich über die schöne Landschaft freuen.

    Grüße
    Kurt

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