Residenzschloss

von Peter Retschke

„Klasse!“ und „müsst ihr unbedingt auch machen“, das fällt mir als erstes ein, wenn mich unsere Freunde nach unserem Radurlaub in Dresden fragen. Wir, also meine Frau und ich, waren im Frühjahr das erste Mal in Dresden und mit Sicherheit nicht das letzte Mal. Schon oft haben wir von unserer Heimat aus, dem Münsterland, Radtouren in den Norden sowie in die Niederlande unternommen, aber noch nie waren wir an der Elbe. Nicht das erste Mal haben uns unsere Bekannten gefragt, ob wir schon einmal in Dresden waren, da es dort doch so schön sein soll. Gerade für meine Frau als Kunstlehrerin soll die Stadt eine Menge zu bieten haben und ich, als Freund von Dampfloks und historischen Bergbahnen, sollte ebenfalls auf meine Kosten kommen. Wir waren neugierig geworden und informierten uns im Internet über Dresden und die Umgebung. Da wir natürlich auch mit dem Fahrrad vor Ort viel erkunden wollten, suchten wir nach „Radurlaub Dresden“ und wurden bei AugustusTours fündig. Den Dresdner Reiseveranstalter kannten wir bis dato noch nicht, vertrauten aber darauf, dass ein Veranstalter vor Ort die Gegend am besten kennen müsste. Die 7-tägigen Sternradtouren rund um Dresden sprachen uns an und wir buchten Sie. Unsere Buchung beinhaltete ein zentral gelegenes 4-Sterne-Hotel, um jeden Tag entspannt in den Tag starten zu können und direkt am Elberadweg sowie in der Innenstadt zu wohnen. Zusätzlich mieteten wir für die gesamte Zeit Mietfahrräder von AugustusTours, da wir in unser Auto kaum zwei Fahrräder und zusätzliches Gepäck hineinbekommen.

Ein paar Wochen später war es endlich soweit, wir machten uns auf den Weg nach Sachsen. Meine Frau und ich fuhren extra etwas früher los, da wir gut 500 km vor uns hatten und ungern in einen Stau geraten wollten. Vorbei am Leipziger Seenland und dem Autobahndreieck Nossen erreichten wir gegen Mittag die sächsische Landeshauptstadt. Von der Autobahn 4 aus wurden wir mit einem tollen Blick über die Stadt begrüßt und freuten uns, endlich in Dresden zu sein. Am Hotel angekommen, wurden wir herzlich empfangen und da unser Zimmer schon zur Verfügung stand, konnten wir direkt das Gepäck verstauen und uns kurz frisch machen. Die leichte Wolkendecke zog zum Nachmittag hin immer mehr auf und wir machten uns zu Fuß auf den Weg in die Altstadt, um uns einen ersten Überblick zu verschaffen. Hilfreich hierfür war das Kartenmaterial, welches wir von unserem Reiseveranstalter zur Verfügung gestellt bekommen haben. Wir gingen vorbei am historischen Zwinger, besichtigten den Altmarkt sowie den Neumarkt und gingen anschließend noch einmal an die Elbe. Mit einem Eis in der Hand genossen wir die langsam untergehende Sonne mit Blick auf die Silhouette der Stadt. Auf dem Rückweg kehrten wir noch in einem kleinen Restaurant ein bevor wir wieder im Hotel ankamen.

Am nächsten Tag gingen wir nach dem reichhaltigen Frühstück zu unseren Mietfahrrädern, welche direkt zum Hotel gebracht wurden. Die Fahrräder waren in einem Top-Zustand. Wir fuhren direkt auf den Elberadweg, welcher unmittelbar am Hotel vorbeiführt. Das Wetter spielte zum Glück mit und so konnten wir bei Sonnenschein in Richtung Meißen starten. Wir passierten den Alberthafen, machten eine kurze Pause an einer alten Windmühle, sahen auf der anderen Elbseite die Weinberge von Radebeul und erreichten nach gut 30 Kilometern Meißen. Von weitem sahen wir schon die Albrechtsburg über der Stadt thronen, welches wir unbedingt anschauen wollten. Wir stellten die Fahrräder in der Stadt ab und schlenderten durch die Altstadt bis zum Schloss Albrechtsburg, von wo wir den grandiosen Blick über die Elbe genossen. Nach einer Mittagspause fuhren wir anschließend zur Porzellan-Manufaktur Meißen, wo wir interessante Fakten über die Geschichte des Porzellans erfuhren. Hier war natürlich besonders meine Frau bestens aufgehoben. Zurück ging es am späten Nachmittag mit der S-Bahn, für welche wir ebenfalls schon die Tickets im Voraus von AugustusTours bekommen hatten. Nach gut 30 Minuten waren wir wieder zurück in Dresden und somit blieb noch genügend Zeit, um den hoteleigenen Wellnessbereich zu nutzen.

Unseren dritten Urlaubstag begannen wir mit einer Zugfahrt von Dresden nach Bad Schandau, einer Stadt in der Sächsischen Schweiz. Die Fahrt dauerte knapp 50 Minuten und verlief immer entlang der Elbe. So konnten wir schon erste Eindrücke vom Elbsandsteingebirge bekommen und unsere Begeisterung für diese Gegend stieg weiter. In Bad Schandau radelten wir vom Bahnhof über die Elbbrücke bis zum Marktplatz. Anschließend fuhren wir mit dem historischen Personenaufzug und genossen den Blick in das Elbtal. Der Fahrstuhlführer erklärte uns, dass der Aufzug 1904 erbaut wurde und heute noch täglich genutzt wird. Außerdem bemerkte er, dass ich micht sehr für historische Technik begeistern kann und verwies uns an die Kirnitzschtalbahn, eine noch heute fahrende Straßenbahn unweit der Innenstadt Bad Schandaus. Nach diesem kleinen Abstecher machten wir uns anschließend auf den Weg zurück in Richtung Dresden. Mit dem Fahrrad fuhren wir immer entlang des Elberadwegs und sahen den Lilienstein, die Festung Königstein und die berühmte Basteibrücke. In Pirna, dem Tor zur Sächsischen Schweiz, machten wir eine Rast in der Altstadt. Danach fuhren wir weiter entlang der Elbe und sahen noch etliche interessante Gebäude und Orte wie Schloss Pillnitz, das Blaue Wunder und die drei Elbschlösser. Meine Frau und ich merkten schnell, dass wir die kommenden Tage noch viel zu entdecken hatten.

Schließlich durften unsere Fahrräder erst einmal pausieren. Wir erkundeten Dresden während einer Entdeckertour. Das tolle daran: Wir nutzten erneut historische Fahrzeuge, was mich sehr erfreute. Nicht nur die Fahrt mit einem Schaufelraddampfer der Sächsischen Dampfschifffahrt sondern auch die Fahrt mit der Standseilbahn und der atemberaubende Blick über die Stadt machten diesen Tag perfekt. Am Nachmittag stand dann Kunst und Kultur auf dem Programm. Wir besuchten das Residenzschloss mit dem Grünen Gewölbe und die Gemäldegalerie Alte Meister im Zwinger. Am Abend unternahmen wir noch einen Spaziergang durch den Großen Garten, wo scheinbar viele Dresdner ihre Freizeit beim Inlineskaten und Fahrradfahren verbringen.

Nach dem kulturellen Tag sollte es nun mit dem Fahrrad wieder in die Umgebung der Stadt gehen. In der Nacht hatte es ein wenig geregnet, am Morgen waren jedoch nur noch ein paar Schleierwolken zu sehen. Wir fuhren mit unseren Rädern über die Elbe und anschließend Richtung Radebeul. Radebeul grenzt direkt an Dresden, bietet jedoch mit den zahlreichen Weinhängen erneut ein anderes Flair. Zunächst ging es für uns an den Bahnhof Radebeul Ost, wo schon leicht schnaufend die Dampflok der Lößnitzgrundbahn auf  uns wartete. Wir verstauten unsere Fahrräder im Gepäckwagen und freuten uns auf diesen Ausflug. Pünktlich fuhr die Bahn los und nach einem kurzen Stück durch die Stadt ging es in den Lößnitzgrund, eine klasse Überfahrt in die Natur. In Moritzburg angekommen, nahmen wir unsere Räder und fuhren zunächst in Richtung Schloss. Der Moment, wenn man auf der Schloßallee mit Blick auf das Schloss Moritzburg zufährt, ist faszinierend. Natürlich haben wir auch einen Blick in das Schloss geworfen, was wir durchaus weiterempfehlen würden. Anschließend sind wir noch eine Runde durch die Teichlandschaft gefahren, mit einem kurzen Stopp am sogenannten Fasanenschlösschen. Am Nachmittag fuhren wir mit der Lößnitzgrundbahn wieder zurück nach Radebeul. Während der Zugfahrt haben wir mitbekommen, dass es noch ein größeres Weingut in  Radebeul geben soll, welches Schloss Wackerbarth heißt. Wir erkundigten uns, wo dieses gelegen ist und fuhren mit den Rädern dort vorbei. Für den Rückweg zum Hotel nutzten wir am Abend erneut die S-Bahn.

Den letzten Tag in Dresden wollten wir nutzen, um die Sehenswürdigkeiten zu erkunden, welche wir während der Radtour von Bad Schandau nach Dresden nur im Vorbeifahren gesehen hatten. Wir starteten mit unseren Rädern nach dem Frühstück in Richtung Augustusbrücke. Auf dieser gelangten wir in die Dresdner Neustadt, wo der Goldene Reiter schon von weitem zu sehen ist. Nach einem kurzen Abstecher über die Königstraße fuhren wir weiter zu den drei Elbschlössern in Dresden Loschwitz. Die gesamte Parkanlagen und der tolle Blick über die Stadt sind einmalig. Die vielen Grünflächen der Stadt beruhigen das Auge. Im Anschluss sind wir wieder bergab an die Elbe gefahren und weiter bis zum Schloss Pillnitz, die ehemalige Sommerresidenz August des Starken. Auf dem Rückweg zum Hotel haben wir noch eine Rast am Blauen Wunder, einer türkisblauen Hängebrücke, eingelegt. Nach dieser Radtour schlenderten wir am Abend nochmals durch die Innenstadt von Dresden und ließen den Urlaub gemütlich ausklingen.

Viel zu schnell waren die Urlaubstage in Dresden vorbei und wir saßen wieder im Auto Richtung Heimat. Aber wir haben uns gesagt, dass wir wiederkommen. Egal zu welcher Jahreszeit oder bei welchem Wetter. In Dresden kann man immer etwas unternehmen oder besichtigen. Unser Dank gilt AugustusTours, die sich um die Organisation kümmerten und uns einen reibungslosen Reiseablauf ermöglichten. Da wir von unserer Sternradtour in und um Dresden zu 100 Prozent überzeugt sind, möchte ich allen Lesern noch einen kleinen Tipp geben: In den Monaten Juli und August können die Sternradtouren rund um Dresden vergünstigt gebucht werden.

Ihr Peter Retschke

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TMGS-Bloggerin Susann

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