Stadt Wehlen

Radtour am Elberadweg von Bad Schandau nach Dresden

Von Judith Hoffman

Vor ein paar Monaten erzählten uns Freunde von ihrer Radtour von Prag nach Dresden. Mensch, dachten wir, das klingt aber toll! Da wir nicht allzu oft in die Pedale treten, hatten wir zwar ein paar Bedenken, dass wir konditionsmäßig nicht gut genug vorbereitet sein würden, aber unsere Freunde wie auch die Berater des Reiseveranstalters, bei dem wir unsere Radtour am Ende buchten, nahmen uns die Bedenken. Und so planten wir unseren Radurlaub im Sommer 2014.

Der Dresdner Aktiv-Veranstalter AugustusTours organisierte unseren Urlaub so, dass wir kein Gepäck mit auf den Radstrecken schleppen mussten, was nicht nur die Fahrt selbst, sondern auch die Gestaltung der Pausen (man muss nicht ständig nach allem Gepäck sehen) sehr erleichterte. In 5 Etappen gelangten wir von Prag über Melnik, Leitmeritz und Decin bald nach Bad Schandau. Schon vor der Grenze wurden wir von der felsigen Landschaft des Elbsandsteingebirges empfangen. In Bad Schandau angekommen, kamen wir jedoch aus dem Staunen nicht mehr heraus. Der Radweg folgte in direkter Nähe zur Elbe durch die Sächsische Schweiz und eröffnete tolle Einblicke auf die außergewöhnliche Felsenlandschaft. Welch eine Einstimmung auf unsere letzte Etappe nach Dresden, die im Nachhinein diejenige sein sollte, welche den meisten Eindruck bei uns hinterließ!

Unsere Tour von Bad Schandau nach Dresden starteten wir nach einem ausgiebigen Frühstück erst am späteren Vormittag, da wir es nach einer kurzen Wanderung in der Sächsischen Schweiz am Vorabend gemütlich angehen lassen wollten.

Rechts der Elbe ging es mal leicht bergab, mal kurz bergauf, aber meistens flach bis nach Königstein, wo wir per Fähre über die Elbe setzen. Majestätisch thronte die gleichnamige Festung über uns, die, wie uns unser Fährmann netterweise erzählte, schon als Unterschlupf für Königsfamilien, Lagerort für Kunst zu Kriegszeiten sowie als Gefängnis und Kriegsgefangenenlager genutzt wurde. Von hier aus begleiteten wir die immer breiter werdende Elbe bis in den sechs Kilometer entfernten Kurort Rathen, wo wir unsere erste Pause einlegten. Vom Ufer aus beobachteten wir das rege Treiben an der Elbfähre, lauschten den harmonischen Klängen auf der Elbterrasse und genossen den Blick auf die felsige Landschaft der Sächsischen Schweiz. Im weiteren Verlauf des Radweges staunten wir über die Höhe der bekannten Basteibrücke, von welcher wir schon viel gehört hatten. Leider hatten wir keine Zeit für einen Aufstieg, um von dort aus den schönen Panoramablick zu genießen, die wenig anstrengende Radtour war uns eh ein bisschen lieber. Weiter ging es in Richtung Pirna und bald wurde die Landschaft flacher und die Ortschaften größer. Hinter Pirna verlief der Radweg zwar ein kurzes Stück in unmittelbarer Straßennähe, aber bald bogen wir wieder mit der Elbe ab und konnten die ruhige Landschaft und die weiten Elbwiesen genießen. Hier sahen wir dann auch zum ersten Mal einen dieser berühmten Schauffelraddampfer, die von Dresden aus in die Sächsische Schweiz und nach Meißen fahren. Nun wussten wir, dass wir uns dem Ziel unserer Reise näherten.

Aber zuvor wechselten wir noch einmal die Elbseite, um dem wunderschönen Schloss Pillnitz einen Besuch abzustatten. So imposant es von außen aussah, so faszinierend waren die Schlossanlage und der weitläufige Park. Um nicht entlang der Straße radeln zu müssen, nutzen wir nochmal die Fähre und radelten am linken Elbufer gemütlich am hübschen Laubegast vorbei nach Dresden. Ein kühles Getränk im Biergarten, direkt am Blauen Wunder, einer berühmten, grau-blauen Stahlbrücke über der Elbe, erfrischte uns für die letzten Kilometer am Elberadweg. Gespannt waren wir ja auch auf die, durch die Presse publik gewordene, Waldschlösschenbrücke, wegen der Dresden ja seinen UNESCO Welterbestatus verloren hatte. Aber die lange Brücke überspannte eher unscheinbar das weite Elbtal kurz vor Dresden und sorgte für weniger Gesprächsstoff als gedacht. Viel mehr entzückte uns die wunderschöne Stadtsilhouette Dresdens, welche sich bald darauf vor uns auftat! Welch ein schöner Abschluss einer tollen Radtour – Nun freuten wir uns auf eine erfrischende Dusche und einen ausgiebigen Bummel durch die barocke Altstadt von Dresden!

Die beschriebene 5. Etappe des Prag-Dresden-Radurlaubs mit ihren einzigartigen Eindrücken entlang der Elbe hat bei uns noch mehr Reiselust aufkommen lassen. Daher haben wir uns fest vorgenommen, die Elbetour im kommenden Jahr fortzusetzen und vielleicht von Dresden nach Magdeburg zu radeln. Vielen Dank auch an den Reiseveranstalter AugustusTours – Wir freuen uns auf die nächste Tour!

TMGS-Bloggerin Susann

Ein Kommentar

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