Radfahren in der Oberlausitz ist für Groß und Klein ein Genuss.

Geheimtipp Froschradweg: Eine Tour zu den Top-Zielen der Oberlausitz

Diese Radtour ist keine Fahrt ins Blaue, sondern im wahrsten Sinn des Wortes ins Grüne. Mit dem Fahrrad geht es durch die nahezu unberührte Natur der Oberlausitz. Die Strecke ist von Wiesen, Feldern, Wäldern und Wasser gesäumt. Es geht durch eine vielseitige Teichlandschaft, wo ihr schon bald vom Quaken der Frösche begrüßt werdet. Der Name der Route, Froschradweg, kommt also nicht von ungefähr. 

Er gehört zweifellos zu den Perlen unter Sachsen Radtouren und ist noch ein echter Geheimtipp. Wer es ruhiger mag und entspannt radelnd die Natur in vollen Zügen genießen will, ist hier genau richtig. 

Auf dem 270 Kilometer langen Rundkurs durch die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft geht es durch Sachsens einziges UNESCO-Biosphärenreservat. Außerdem führt die Strecke durch das Lausitzer Seenland. Die geflutete Tagebauregion ist die größte von Menschen geschaffene Wasserlandschaft Europas. Auf der Strecke liegen der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau – immerhin Weltkulturerbe – und Europas größter Rhododendronpark mit seiner weltberühmten Rakotzbrücke. Viele Schlösser wollen entdeckt werden und wer einen kleinen Umweg macht, lernt mit Bautzen und Kamenz auch noch zwei architektonische Perlen der Oberlausitz kennen.

Von Hoyerswerda zum Weltkulturerbe

Wir empfehlen euch in Hoyerswerda zu starten, denn hierher kommt ihr bequem mit dem Zug. Vor Ort steuert ihr als erste Sehenswürdigkeit das Renaissance-Schloss an. Es ist das älteste Bauwerk der Stadt, dessen bewegte Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückgeht. Übrigens: 1704 schenkte es August der Starke seiner Geliebten Reichsfürstin Ursula Katharina von Teschen. So ein Geschenk lässt sich sehen, oder?

Direkt neben dem Schloss liegt der Zoo in Hoyerswerda. Er ist bekannt für seine Galapagos Schildkröten, eine fünf Meter lange Tigerpython, ein seltenes Kubakrokodil, Fischotter und Armurtiger. Anschließend geht es wieder auf den Froschradweg und ihr verlasst die Stadt in Richtung Nordosten. Als Tagesetappe liegt die 50 Kilometer lange Strecke bis Bad Muskau vor euch. Die Distanz ist bei entspanntem Fahren in vier Stunden zu bewältigen. Da bleibt genug Zeit, um an den Sehenswürdigkeiten eine Pause einzulegen. Oder sich in Bad Muskau etwas mehr Zeit für den Fürst-Pückler-Park zu nehmen, eine der schönsten Landschaftsparks Europas.

Dieser gilt als Meisterstück von Hermann Fürst von Pückler-Muskau, dem Begründer moderner Landschaftsgestaltung. Er hat in seiner einmaligen Landschaftskomposition Vorder-, Mittel- und Hintergrund harmonisch aufeinander abgestimmt: ihr fühlt euch also wie in einem Landschaftsgemälde. Nicht umsonst ist der Park seit 2004 Weltkulturerbe.

Der Pückler-Park in Bad MuskauFoto: Rene Pech

Nur wenige Kilometer weiter, in Kromlau, besucht ihr Europas größten Rhododendronpark besuchen. Ein besonderer Hingucker ist dort die im 19. Jahrhundert aus Basaltsteinen erbaute Rakotzbrücke. Das halbrunde Bauwerk bildet mit seinem Spiegelbild im Wasser einen Kreis. Allerdings wird das Bauwerk noch bis weit ins Jahr 2020 saniert – Warten lohnt sich aber garantiert! Kleiner Tipp: Jedes Jahr wird am Pfingstwochenende in Kromlau das Park- und Blütenfest gefeiert.

Unterwegs seht ihr immer wieder zweisprachige Ortsschilder – ein Zeichen, dass ihr durch das Land der Sorben fahrt. Wollt ihr euch mit ihren Bräuchen und Traditionen befassen möchte, für den lohnt sich ein Abstecher nach Schleife. Dort befindet sich das sorbische Kulturzentrum in einem typisch slawischen Runddorf.

Saurier und das Tor zur Oberlausitz

Auf der nächsten Etappe geht es in Richtung Süden nach Niesky, dabei folgt ihr bis Rothenburg dem Oder-Neiße-Radweg. Und schon sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Abenteuerspielplatz Kulturinsel Einsiedel, wo ihr unbedingt übernachten solltet. Im Baumhaus ist das ein unvergessliches Erlebnis!

Am nächsten Tag geht es über Niesky weiter nach Bautzen. Niesky gilt als Musterstadt für den modernen Holzbau der Weimarer Zeit. Im Stadtgebiet sind mehr als 100 historische Holzhäuser unterschiedlicher Bauweisen und fast alle im Originalzustand erhalten.  

Bautzen liegt zwar nicht direkt auf dem Froschradweg, der kleine Umweg lohnt aber in jedem Fall. Die liebevoll restaurierte Altstadt biete viele spannende Einblicke und wunderschöne Fotomotive. Eure Instagram-Follower werden begeistert sein. Gemütlich wird es in einer der vielen lauschige Kneipen und leckeren Restaurants.

Vielleicht genehmigt ihr euch auch einen Tag Pause und macht gleich noch einen Ausflug in die Urzeit. Der nahegelegene Saurierpark Kleinwelka bietet jede Menge Spaß und Unterhaltung für Groß und Klein. Wer wollte nicht schon immer einmal Dinosaurier sehen?

Bautzen Stadtansicht

Bautzen ist auf jeden Fall einen kleine Umweg vom Froschradweg wert.

Nach diesen kleinen Städtetrips gelangt ihr auf dem Froschradweg in das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. In Höhe des Freizeitparks Thräna erreicht ihr auch den höchsten Punkt der Reise. Es steht ein sportlicher Anstieg auf 278 Höhenmeter an, umso rasanter ist die dann folgende Abfahrt. Für den Rest der Strecke bis zurück nach Hoyerswerda empfehlen wir euch noch ein Ausflug nach Kamenz. An der Geburtsstadt von Gotthold Ephraim Lessing  mit ihrem schönen Markplatz und zahlreiche Museen solltet ihr auf keinen Fall vorbeiradeln.

Blick auf den Roten Turm und die Hauptkirche in Kamenz

Blick auf den Roten Turm und die Hauptkirche in Kamenz

Auf der letzten Etappe des Froschradwegs geht es dann wieder durch wunderschöne Naturlandschaft. Haltet entlang der Seenlandschaft Ausschau nach Fischottern, Kormoranen, Graureihern, Weißstörchen oder Seeadlern Ausschau! Die Chancen eines dieser Tiere zu sehen, stehen gerade im Lausitzer Seenland ausgesprochen gut. Kamera nicht vergessen!

Nachdem ihr auf den letzten Kilometern nochmal die ganze Oberlausitzer Naturschönheit genossen habt, kommt ihr wieder in Hoyerswerda an und könnt erholt und vollbepackt mit neuen Eindrücken der vergangenen Tage in den „Alltag“ zurückkehren.  

Unser Tipp: Bequem ohne Gepäck und in Begleitung entdeckt ihr den Froschradweg mit AugustusTours

Praktische Tipps zur Tour-Organisation

Streckenlänge: Der Froschradweg umfasst knapp 270 Kilometer und ist gut in vier Tagesetappen zu schaffen. Wer Bautzen und Kamenz mitnehmen will, sollte etwas mehr Zeit einplanen, dann gilt es 350 Kilometer zurückzulegen. Die Strecke ist sehr gut für Genussradler geeignet. Folgt immer den Schildern mit dem grünen Frosch, er weist Euch den Weg. Kartenmaterial und weiter Informationen zum Download findet Ihr auf der Seite Tourismus-Sachsen.

Startpunkt: Start kann natürlich überall entlang der Strecke liegen, bei einer Anreise mit dem Zug wird Hoyerswerda empfohlen. Wer mit dem Auto anreist, findet zum Beispiel am Ortsrand von Biehla direkt am Radweg einen Parkplatz oder nutzt den ebenfalls kostenlosen Parkplatz am Geopfad bei Bad Muskau. Entlang der Strecke gibt es Vielzahl von Pensionen, Unterkünften und Zeltplätzen für Übernachtungen.

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Foto-Gewinnspiel Frischluft-Blog 2019Foto: Laura Jankowski | Blueberry PhotoArt

TMGS-Blogger Uwe
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