Radweg "Rund um die Acht"

von Johannes Philips

Ein bisschen Schweiß muss jeder investieren, der den Radweg „Meißner Acht“ genießen will. Zwar ziehen sich etliche der rund 70 Kilometer am Elbufer entlang, doch so richtig nett wird es erst oben zwischen den Hügeln der Lommatzscher Pflege. Felder und Streuobstwiesen voller knorriger Bäume prägen hier das Bild und zwischendrin immer wieder ein Blick auf die Elbe und die fabelhafte Silhouette Meißens.

Hier liegt der Ursprung Sachsens und auch der perfekte Start für meine Tour. Zum einrollen starte ich elbabwärts in Richtung Zehren, immer dem Fluss nach. Dort geht es dann nach Zöthain bergauf und weiter nach Mertitz, wo sich der Asphalt für einige Kilometer verabschiedet. Erst nach dem – wirklich wunderschönen – Routenabschnitt auf dem Käbschütztalwanderweg rollt es wieder sanfter. Mit einem normalen Tourenrad ist das aber kein Problem, lediglich Rennradler sollten die Alternativstrecke wählen: Ab Zehren folgen sie dem Bergwerksweg, der nach zackig-steilem Beginn recht easy zu befahren ist und in Löthain auf die Hauptstrecke trifft.

Viele Kilometer der Route sind hier oben vorbildlich als „Fahrradstraße“ ausgebaut und folgen der einstigen Schmalspurbahn, die hier 1972 zum letzten Mal verkehrte. Das liebevoll hergerichtete Schmalspurbahnmuseum in Löthain zeugt noch immer von dieser Ära und ist auf Anfrage zu besichtigen.

Vor Semmelsberg hat der Radler die Qual der Wahl: Gemütlich durch das Triebischtal wieder gen Meißen gondeln, oder gleich die Südroute anschließen? Für die erste Variante spricht die Schönheit des Tals und die Chance auf einen kleinen Abstecher zu Fuß in die „Garsebacher Schweiz“ mit ihren Pechsteinklippen. Trotzdem entscheide ich mich für die faulere Lösung – einfach im Hochland bleiben und weiter über Taubenheim, Sora und Klipphausen radeln. Von der schicken Kirche in Sora geht die Sage, dass an ihrer Stelle einst eine ärmliche Kapelle gestanden habe. In einer Gewitternacht sei dann die Herrin von Schloss Taubenheim vorbeigefahren und gelobte in Todesangst, eine neue Kirche zu stiften, sofern sie den Heimweg unversehrt überstehen würde. Das geschah offenbar und das Gotteshaus ist noch heute eine Sehenswürdigkeit.

Hinter Klipphausen führt die Strecke dann zur idyllischen Neudeckmühle im Saubachtal. Hier freuen sich die Radlerfüße über eine Erfrischung in der „Wilden Sau“, bevor es nochmals straff bergan und dann gemütlich über Constappel und Gauernitz hinab zur Elbe rollt.

Ein kleiner Tipp: Vor der Rückfahrt nach Meißen lohnt ein kleiner Abstecher ins Gut Wildberg – Kräfte nachtanken und ein kleines „Radler“ kann auch nicht schaden…

Informationen zum Radweg „Meißner Acht“ gibt es hier: www.elbland.de

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Johannes Philips

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