Osterreiten ist ein sorbischer Brauch

Sagenhaft und osterbunt: Radtour in der Oberlausitz

Eine Radtour durch die Oberlausitz lohnt sich immer, keine Frage. Doch wer so richtig in die Geschichte der Region eintauchen will, ist am Besten im Frühling unterwegs. Dann nämlich lassen sich zwei Besonderheiten gleichzeitig erleben: Die reiche Ostertradition der Sorben und die zauberhafte Sagenwelt um Krabat.

Die ideale Route dafür gibt die Tagestour „Durch Krabats sorbische Heimat“ vor, die je nach Streckenwahl 48 oder 59 Kilometer lang ist. Los geht’s in Hoyerswerda – auf sorbisch „Wojerecy“ – und unterwegs warten etliche Überraschungen, besonders zu Ostern. Denn die Ostertraditionen der Sorben, die seit dem 6. Jahrhundert in der Lausitz heimisch sind, sind vielfältig wie faszinierend. So lebt etwa in Schwarzkollm seit einigen Jahren wieder die Tradition des Ostersingens auf: Rund 20 Sängerinnen ziehen dabei am Nachmittag des Ostersamstag durch ihr Dorf, um an den Tod von Jesus Christus zu erinnern und an die Hoffnung der Auferstehung. Einen Tag später sind dann die Osterreiter unterwegs, auch im nahen Wittichenau, das ebenfalls an der Strecke der Fahrradttour liegt. Die prachtvolle Prozession der Männer hoch zu Ross zieht inzwischen jedes Jahr tausende Gäste in die Region. Die finden zudem in vielen Orten Märkte, auf denen kunstvoll verzierte sorbische Ostereier angeboten werden – jedes ist ein Kunstwerk für sich!

Doch das Land der Sorben ist zugleich auch eine bezaubernde Sagenwelt, in der besonders eine Figur hervorsticht: Krabat. Der pfiffige Waisenjunge will in der Mühle im Koselbruch das Müllerhandwerk lernen, doch der Müller entpuppt sich bald als böser Zauberer. Der lehrt Krabat sein magisches Handwerk, doch am Ende kämpft der Bursche gegen seinen bösen Meister und wird zum guten Zauberer der Region. Zahllose Geschichten ranken sich seitdem um Krabat und viele lassen sich immer noch in und um Schwarzkollm erleben. Im Dorf selbst steht der Krabat-Brunnen mit zwölf Raben und ganz in der Nähe ist die einstige „Schwarze Mühle“ zu besichtigen. Die ist heute ein Erlebnishof für große wie kleine Besucher – mit Dutzenden Veranstaltungen in jedem Jahr. Am 1. Mai feiert man hier beim Frühlingsfest nochmals die Osterbräuche der Region und am Pfingstmontag, dem 25. Mai, dreht sich beim Deutscher Mühlentag alles um die Technik der sagenhaften Wassermühle, im wahrsten Sinne des Wortes.

Es zeigt sich: Die Krabat-Tagestour bietet eigentlich Erlebnisse für eine ganze Woche – schließlich liegen auch noch viele weitere Orte, Sehenswürdigkeiten oder herrliche Seen und Wälder an der Strecke. Also – los geht’s!

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Sachsen Tourismus

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