Schloss Moritzburg

Sicher in jedem Sattel – ein Radelrevier rund um Moritzburg

von Johannes Philips

Wir Radler sollten Georg dem Bärtigen ein Denkmal setzen, finde ich. Als der Wettiner-Fürst 1539 starb, war von der Erfindung des Fahrrads zwar noch keine Rede, aber dennoch verdanken wir ihm ein herrliches Radelrevier rund um Moritzburg. Denn der bärtige Georg liebte die Jagd und der Friedewald war nicht weit von Dresden entfernt: Voller Rehe und Wildschweine – aber leider viel zu sumpfig. Also ließ er den Forst trockenlegen und über die Jahrzehnte entstand eine traumhafte Wald- und Teichlandschaft. Dort findet der Radler im Sommer ein schattiges Paradies. Immer wieder schön: Die Fahrt zum Fasanenschlösschen, dass nach langer Sanierung nun in seiner ganzen Pracht erstrahlt. Mein Favorit im Sommer ist aber der Leuchtturm am westlichen Ufer des Niederen Großteichs, vor allem seit ich seine Geschichte kenne: Im späten 18. Jahrhundert ließen die vergnügungssüchtigen Edelleute vom Dresdner Hof den Leuchtturm als Kulisse für nachgestellte Seeschlachten bauen und schauten dann – wie beim „Public viewing“ – dem großen „Schiffeversenken“ zu. Verrückt oder?
Für Touren mit Kindern sind die Wälder rund um das Barockschloss übrigens auch gut geeignet: Die Strecke kann nämlich auch ins Moritzburger Wildgehege führen, wo Elch, Wolf, Luchs oder Dachs auf Besucher warten und wenn die kurzen Beine müde werden, steigen die Radler einfach in den „Lößnitzdackel“ um und dampfen gemütlich zu den Radebeuler Indianern im Karl-May-Museum.
Die perfekte Pause vom Fahrradsattel bietet sich übrigens im Sommer zur Zeit der Hengstparaden. Wenn dann tausende Pferdefans nach Moritzburg strömen, ist man mit dem Rad aller Parkplatzsorgen ledig und genießt das Schauspiel aus der ersten Reihe: Fanfarenzug und Paradepost, halsbrecherische Kosakenreiterei und die Galopp-Kunststücke der „Ungarischen Post“ lassen die Herzen aller Pferdefreunde höher schlagen , bis zum krönenden Abschluss die 16-spännige Postkutsche verfährt. Märchenhaft!

Informationen zu den Hengstparaden finden Sie unter: www.kulturlandschaft-moritzburg.de und für das Karl-May-Museum unter: www.karl-may-museum.de

Johannes Philips

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