Blick in den Tagebau

Unterwegs auf der Niederlausitzer Bergbautour: dem Teufel hinterher

Den Wandel einer Landschaft miterleben, mitbegleiten – das bietet euch die Lausitz. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird dort Braunkohle abgebaut. Wo die Förderung eingestellt wurde, entsteht etwas Neues. Eine erneute Verwandlung der Landschaft, die durch den Menschen bereits einmal stark verändert wurde, vollzieht sich. Aus Tagebauen werden Seen. Und es entsteht die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft: das Lausitzer Seenland. Wollt ihr die Gegend erkunden, schwingt ihr euch am besten in den Sattel und radelt auf der „Niederlausitzer Bergbautour„. 

Aus der Luft sieht man die beeindruckende Größe des Lausitzer SeelandFoto: Peter Radtke

Mit dem Teufel soll es in der Lausitz zugegangen sein. Beelzebub persönlich soll einer Legende zufolge die Kohle vor den Lausitzern versteckt haben – tief unter der Erde. Noch heute ist der Teufel hier zu finden. Denn er weist euch auf der Niederlausitzer Bergbautour als Symbol den Weg. Insgesamt führt der Fernradweg über 500 Kilometer durch die Lausitz. Der größte Teil des Weges liegt in Brandenburg. Ich möchte euch heute aber nur den durch Sachsen führenden Teil vorstellen. Dieser ist etwa 55 Kilometer lang. Am besten startet ihr im Ort Burg, der zwischen dem Scheibesee und Bernsteinsee gelegen ist. Von dort folgt ihr dem Teufel am Scheibesee entlang, durch Weißkollm und Lohsa hindurch nach Knappenrode. Dort solltet ihr unbedingt die Energiefabrik Knappenrode besuchen, eines der vier Sächsischen Industriemuseen. In den Hallen, die heute das Museum beherbergen, produzierte die Brikettfabrik Werminghoff bis 1993 in elektrischen und dampfbetriebenen Pressen unter großem Druck insgesamt 67 Millionen Tonnen Braunkohlebriketts für Haushalte und Industrie. So nah wie in Knappenrode kommt ihr Industrie sonst nur selten. Entdeckt historische Maschinen- und Fahrzeugtechnik und spannende Sonderausstellungen. Bei einem Rundgang erfahrt ihr mehr über die damaligen, heute kaum noch vorstellbaren Arbeitsbedingungen – Hitze, Lärm und Staub. Drei Mal täglich werden die nämlich für die Besucher simuliert. 

Auf FabrikErlebnisRundgang in der Energiefabrik Knappenrode.Foto: Tourismusverband Lausitzer Seeland | Nada Quengle

Wieder im Sattel, radelt ihr weiter nach Hoyerswerda, der drittgrößten Stadt in der Oberlausitz. In der wunderschönen Altstadt mit kleinen, farbenfrohen Einfamilienhäusern findet ihr auch ein Schloss, in welchem sich das Stadtmuseum befindet. Ab Mitte der 1950er Jahre entwickelte sich Hoyerswerda dann zur Stadt der Kohlekumpel. Um all die Arbeiter mit ihren Familien nahe ihrer Arbeitsstätten unterzubringen, baute man zahlreiche Wohnanlagen, von denen heute viele unter Denkmalschutz stehen. Auch einige der in den 60er-Jahren hochgezogenen Hochhäuser haben den Status eines Baudenkmals erhalten. Schaut euch auf jeden Fall diese Gegensätze an!

Auf der Langen Straße in HoyerswerdaFoto: Anita Demianowicz

Habt ihr euch satt gesehen? Dann geht es weiter in Richtung Norden nach Spremberg. Wollt ihr etwas über die Flora und Fauna der Region erfahren, dann macht einen Abstecher ins Niederlausitzer Heidemuseum im Schloss Spremberg. Anschließend könnt ihrmit dem Zug nach Hause fahren oder aber weiter nach Brandenburg – immer auf den Spuren des Bergbaus in der Niederlausitz. 

TMGS-Bloggerin Katharina
TMGS-Bloggerin Katharina

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