Eine Sorbin verziert Ostereier auf traditionelle Art

Entdeckt die Osterbräuche der Oberlausitz

Das lange Osterwochenende hat begonnen, bei vielen steht sicher schon der heimische Osterhase in den Startlöchern. Klar, Ostern wird in diesem Jahr anders als sonst. Aber seid nicht traurig, sondern genießt es einfach, die Feiertage im kleinsten Familienkreis zu verbringen – ganz ohne Stress. Vielleicht kocht ihr etwas schönes zusammen, macht einen kleinen Spaziergang in der Nähe eures Zuhauses und sucht bunte Ostereier.

Wir wollen den Beitrag heute nutzen, um euch etwas mehr über die Ostertraditionen in Sachsen, vor allem in der Oberlausitz zu erzählen.

Bunt verzierte sorbische OstereierFoto: Sylvia Panoscha

1. Ostereier bunt verzieren

Habt ihr schon Ostereier angemalt? Wenn nicht, habt ihr ja vielleicht am Wochenende noch Zeit. Der Brauch hat übrigens in Sachsen seinen Ursprung und wird hier vor allem von den Sorben in der Oberlausitz gelebt. Normalerweise präsentieren die Künstlerinnen ihre filigran verzierten Eier einige Wochen vor Ostern bereits zahlreichen Ostermärkten und bieten sie zum Verkauf an. Jedes Jahr zieht dieses farbenfrohe Kunst zahlreiche Gäste an. Vielerorts besteht sogar die Möglichkeit, den sorbischen Handwerkskünstlerinnen in ihren Trachten beim Verzieren der österlichen Kostbarkeiten über die Schulter zu schauen.

Ostereier werden mit der sorbischen Wachstechnik verziert.Foto: Rainer Weisflog

Nur in diesem Jahr ist alles anders. Wir haben daher eine wunderbare Anleitung für euch, die die traditionelle Wachstechnik Schritt für Schritt erklärt. Probiert es einfach mal aus! Zusätzlich könnt ihr euch auch das folgende Video anschauen. Die beiden Damen haben so einige Tipps parat.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

2. Hoch zu Ross Ostern begehen

Wunderschön anzusehen und ein wahrer Besuchermagnet ist das traditionelle Osterreiten am Ostersonntag – es ist der bekannteste Brauch der katholischen Sorben in der Oberlausitz und einzigartig in Deutschland. Etwa 1600 festlich gekleidete Reiter führen in ihrer Prozession Kirchenfahnen, das Kreuz und die Statue des Auferstandenen mit sich. Sorbische Kirchenlieder singend und traditionelle Gebete sprechend, verkünden die Osterreiter die Auferstehung Christi. Die erste urkundliche Erwähnung dieses Brauchs datiert aus dem Jahr 1490; ununterbrochen findet das Osterreiten seit 1540 statt – 2020 wird eine Ausnahme. Also, verpasst es auf keinen Fall im nächsten Jahr!

Osterreiter in BautzenFoto: Peter Wilhelm

3. In Bautzen rollen die Ostereier

Bautzen ist das Zentrum der Sorben und die Oster-Hauptstadt Sachsens. Zum traditionellen Eierschieben auf dem Bautzener Protschenberg geht es normalerweise am Ostersonntag rund – wenn nicht das Coronavirus wäre. Seit vier Jahrhunderten ist es ein Bautzener Osterbrauch: Dem Glauben nach werden die geschenkten Eier über Wiesen und Flure gerollt, um das Gedeihen und Wachsen der Pflanzen zu ermöglichen. Wem dies gelang, der durfte auch das getroffene Ei behalten. Anders als in vergangenen Zeiten rollen allerdings keine echten Eier, Süßigkeiten und Orangen mehr den steilen Hang zur Spree hinunter. Stattdessen werfen die Erwachsenen bunte Plastikbälle. Diese werden von den Kinder gefangen und können an einem Stand in Geschenke umgetauscht werden. Ihr wart noch nicht dabei? Dann merkt euch das fürs nächste Jahr!

Stadtansicht von BautzenFoto: Katja Fouad Vollmer

Wir wünschen euch frohe Ostern und eine schöne Zeit!


Träum dich nach Sachsen!

Wir alle können im Moment nicht reisen – aber davon träumen schon! Schickt eure Gedanken auf Reise, durch Sachsen, das Land von Welt. Erlebt mit uns virtuell inspirierende Momente, trefft interessante Menschen und lernt mehr über unsere reichen Traditionen. Und sagt uns, was Ihr mit Sachsen verbindet.

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Träum dich nach Sachsen!Foto: TMGS

TMGS-Bloggerin Elisabeth
TMGS-Bloggerin Elisabeth

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