Eröffnung des Striezelmarktes

Weihnachtswandertage durch Sachsen

Es hat nicht immer mit dem Glühwein zu tun, wenn man nach einem Weihnachtsmarktnachmittag ziemlich erschossen zu Hause ankommt. Denn ohne es zu merken, legen wir jedes Jahr etliche Kilometer zwischen Schnitzerbüdchen und Zuckerzeugverkäufern zurück. Grund genug für einen Wander-Streifzug über einige der schönsten Weihnachtsmärkte im Freistaat.

Der beginnt natürlich in der Landeshauptstadt, wo sich der „Striezelmarkt“ alljährlich als Deutschlands ältester Weihnachtsmarkt feiert. Der Original Dresdner Christstollen gehört hier ebenso dazu wie der traditionelle „Pflaumentoffel“. Nur einen Steinwurf entfernt wartet an der Frauenkirche eine kleine Zeitreise: Auf dem Neumarkt erscheint die Adventszeit im Lichte der Jahre zwischen 1830 und 1920. Entsprechend diesem Konzept werden hier ausschließlich traditionelle oder handgefertigte Erzeugnisse angeboten, oft von Handwerkern, Künstlern und Händlern im Look dieser Ära.

Weiter elbaufwärts lädt das gemütliche Flair von Altkötzschenbroda bei besinnlichem „Lichterglanz und Budenzauber“ zur weihnachtlichen Vorfreude ein. Live-Musik, Theater und gemeinsames Basteln oder Backen lassen die ganze Familie auf ihre Kosten kommen. In der Burgstadt Meißen präsentiert sich der historische Marktplatz als perfekte Kulisse für ein wahrhaft romantisches Markttreiben. Das Highlight hier: Das ganze Rathaus verwandelt sich in einen riesigen Adventskalender – jeden Tag öffnet sich ein weiterer Fensterladen mit neuen Überraschungen.

Doch auch in der Lausitz versteht man sich auf ein buntes Adventstreiben. In Kamenz steigt das Adventsspectaculum am 12. und 13. Dezember, wenn rund um das Malzhaus alle Weihnachtswanderfamilien auf Schneekönigin, Knusperhexe oder ziemlich freche Wichtel treffen und sich alles um märchenhafte Geschichten dreht. Weiter ostwärts werden die schönsten Gassen und Plätze Bautzens zu einem einzigen Weihnachtsmarkt. Lausitzer Köstlichkeiten versüßen den Bummel zwischen Ständen mit sorbischer Volkskunst, Plauener Spitze und Schnitzarbeiten aus dem nahen Erzgebirge. Ebenfalls in einzigartigem historischen Ambiente erstrahlt der Christkindelmarkt zu Görlitz im Schatten der Kirche Sankt Peter und Paul. Hier singt die Kurrende an der Rathaustreppe und Weihnachtsmusik aus Schlesien und Böhmen erklingt auf dem Markt.

Doch auch wenn die Pyramiden und Engel aus dem Erzgebirge überall präsent sind – ohne eine Besuch im „sächsichen Weihnachtsland“ ist die Wandertour nicht komplett. Der Markt in Annaberg kann sich mit Fug und Recht zu den schönsten überhaupt zählen und den Besuchern wird hier allerhand geboten. Neben den traditionellen Leckereien sorgen die Bergleute für eine unnachahmliche Atmosphäre: Höhepunkte sind die Bergmännische Krippe und die Große Bergparade mit 1.200 Trachtenträgern und 300 Bergmusikern am 4. Advent.

Mehrere Umzüge ziehen auch im vogtländischen Auerbach die Besucher in ihren Bann: Am ersten Advent sind es die beliebtesten Märchenfiguren, die in 20 Bildern durch die Stadt ziehen. Eine Woche später treffen sich zum großen „Weihnachtsmännertreffen“ mehrere hundert Rotmäntel und am 3. Advent findet die traditionelle Bergparade der Bergbrüderschaften Schneeberg, Sosa, Zwickau und Oelsnitz statt.

Wer von den Trachten der stolzen Bergleute nicht genug bekommen kann, besucht am 13. Dezember noch den Zwickauer Weihnachtsmarkt, wenn der traditionelle Bergaufzug der Trachtenträger und Bergkapellen mit Bergkonzert im Domhof die ganze Stadt verzaubert.

Die letzte Etappe der Weihnachtsrunde führt zurück an die Elbe. Oder besser: hoch über den Fluss. Denn die Festung Königstein wird jedes Jahr zum „Wintermärchen“, das mit seiner unterirdischen Weihnachtswelt in den Kasematten und Dutzenden Musikanten, Gauklern, Puppenspielern oder Geschichtenerzähler einen ganz besonderen Charme entfaltet. Holzschnitzer, Korbflechter, Schmiede und Maler führen ihre traditionellen Handwerke vor und der Festungsbäcker holt seinen Christstollen natürlich aus dem Holzbackofen.

Auf halbem Weg zurück nach Dresden lohnt noch der Stopp auf dem Canalettomarkt zu Pirna. Glühwein trifft hier auf internationale Weihnachtsköstlichkeiten und eine abendliche Illumination am Rathaus.

Langweilig wird es also nicht im sächsischen Advent. Deshalb: Warme Wanderschuhe anziehen und raus ins vorweihnachtliche Vergnügen!

Weitere Informationen zu noch mehr sächsischen Weihnachtsmärkten: www.sachsen-tourismus.de

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Sachsen Tourismus

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