Morgenstimmung auf dem Neuen Weg

Die Dresdner Heide: ein ruhiger Ort zum Entspannen und ein Paradies für Sportler

von Adriana Müller

Die Dresdner Heide, mit großflächigem Naturschutzgebiet, befindet sich nordöstlich der sächsischen Landeshauptstadt und eignet sich wunderbar für ausgedehnte Wanderungen oder Radtouren. Der Mischwald bringt eine vielseitige Vegetation hervor, die auf seinen zahlreichen Haupt- und Nebenwegen erkundet werden kann. Neben klassischen Wegweisern, fallen auf den zweiten Blick auch die historischen Wegzeichen, bestehend aus Zahlen und Symbolen, ins Auge.

Es lohnt sich auf jeden Fall, den einen oder anderen Umweg einzuplanen und die unberührte Natur abseits der Hauptwege zu erkunden. Das ganze Jahr über sind, je nach Wetterlage, eindrucksvolle Lichtstimmungen zu beobachten, die an Beschreibungen in Märchen erinnern. So kann ich nur empfehlen, recht früh in den Tag zu starten, denn die frische Luft am Morgen ist besonders schön. Wenn nach einer kühlen Nacht die ersten Sonnenstrahlen durch die Baumkronen leuchten und der Erdboden geheimnisvoll zu dampfen beginnt, dann verliert Zeitdruck seine Bedeutung.

Um die Heide kennenzulernen, möchte ich euch eine gut befestigte Wegstrecke empfehlen, bei der man sich vom kurvenreichen Flusslauf der Prießnitz leiten lassen kann. Man kann es dabei gemütlich angehen und mit allen Sinnen die Natur genießen, oder aber man wählt ein sportliches Tempo.

Ausgangspunkt der Wanderung soll Dresden-Bühlau sein (Bautzner Landstraße, Haltestelle Ullersdorfer Platz – Königsberger Str. – Oybiner Str.). Von dort aus betreten wir mit dem Heidemühlweg den Wald und folgen dem Nachtflügelweg, danach dem Verkehrten Anker und so erreichen wir bald den Stausee. Bedingt durch einen hohen Gehalt an Eisenoxid im Boden, besitzt der Stausee, je nach Lichteinfall, eine rotbraun leuchtende Farbe. Weiter geht’s ein Stück auf dem Weißiger Weg und auf dem Neuen Weg entlang der Prießnitz direkt zur Heidemühle, die sich im Herzen der Dresdner Heide befindet. Die ersten 5 km sind geschafft – Zeit für eine Pause? Etwas versteckt hinter der Bauruine an der Straße, liegt der rustikale Biergarten mit Kaminbaude, der ganzjährig an den Wochenenden zum Rasten einlädt. Wochentags ist nur auf Anfrage geöffnet.

In der Heidemühle geht´s um die Wurst! Wer also Appetit auf eine deftige Stärkung hat, der sollte Bratwurst, Bärlauchbratwurst oder Steak vom Holzkohlegrill probieren – dazu einen hausgemachen Kartoffelsalat und ein kühles Getränk… Für Fans von Wildgerichten wird am 24. und 25. September wird wieder die Spezialität des Hauses serviert: gegrilltes Wildschwein in Rotwein-Lorbeersauce mit Rotkraut und Klößen.

Von Mitte Oktober bis Mitte November bleibt das traditionelle Ausflugslokal vorübergehend geschlossen. Danach geht es mit Glühwein am Lagerfeuer und in der urigen Kaminbaude weiter.

Für den Fall, dass die Wirkung vom Kellerbier des alten Heidemüllers zu stark ausfallen sollte oder die Energie nachlässt, fährt die Buslinie 305 zurück nach Dresden.

Aber ich glaube, dass wir erst einmal gut gestärkt sind und unsere Kondition noch für ein paar Kilometer reichen wird… Also geht es weiter und wir überqueren die Radeberger Landstraße, folgen kurz dem Gänsefuß und biegen links in die Prießnitztalstraße, die uns in Richtung Dreden-Klotzsche führt (ca. 5 km).

Auf der Strecke kommen wir an einigen historischen Brücken, der Melzer Quelle und am Prießnitz-Wasserfall vorbei. Hierbei lohnt es sich, den Hauptweg kurz zu verlassen und den Aufstieg zur Ludensruh (Holztreppe links der Melzer Quelle) zu entdecken. Obwohl der bekannte Wasserfall der Prießnitz viel kleiner ist, als der Name zunächst vermuten lässt, ist auch er einen kurzen Umweg wert (Abzweig links vom Hauptweg).

Nach nunmehr 10 km erreichen wir den Abzweig nach Dresden-Klotzsche. Oder wir erweitern die Runde um weitere 8 km, halten uns an der Weggabelung links und biegen anschließend rechts in den Prießnitzgrundweg, der uns in die Dresdner Neustadt führt (Kamenzer Str., Alaunpark).

Wer also zum Wandern nicht unbedingt Gebirge und steile Anstiege braucht, dem kann ich einen Ausflug in die Dresdner Heide wärmstens empfehlen.

TMGS-Bloggerin Susann

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