Auf dem Malerweg Elbsandsteingebirge erwarten euch wundervolle Momente.

Frühlingsgefühle auf 8 Etappen – Unterwegs auf dem Malerweg in der Sächsischen Schweiz (Teil 2)

Die ersten vier Etappen sind absolviert. Heut nehmen wir euch mit auf die zweite Hälfte eines der schönsten Wanderwege Sachsens: den Malerweg. Vor euch liegen schattige Waldpfade, bildschöne Täler und wunderbare Aussichten in der Felsenwelt des Elbsandsteingebirges. Eine hervorragende Gelegenheit für Groß und Klein, die natürliche Schönheit der Sächsischen Schweiz aufzusaugen. Die vier letzten Abschnitte lassen euer Wanderherz höherschlagen. Natürlich könnt ihr alle auch als Einzeltouren wandern.

Aber warum eigentlich Malerweg? Ihr bewegt euch auf den Spuren romantischer Künstler wie Caspar David Friedrich, Anton Graff und Adrian Zingg. Sie fanden hier Inspiration und Motive für ihre Gemälde und hielten die Schönheit der Sächsischen Schweiz auf Leinwand fest. Folgt ihnen!

 

Reise in die Vergangenheit

Der Startpunkt der fünften und etwa 13 Kilometer langen Etappe liegt im wildromantischen Kirnitzschtal. Von dort startet ihr in eine anspruchsvolle Tour. Einfacher wäre es, sich mit der Kirnitzschtalbahn chauffieren zu lassen – wo gibt es das schon, eine Straßenbahn, die mitten durch den Nationalpark fährt? Doch heute soll es per Pedes vorwärts gehen. Dem Plätschern und Sprudeln des Kirnitzschbaches folgend, verlasst ihr das Tal flussaufwärts bis zur Buschmühle. Die aus dem 16. Jahrhundert stammende Anlage wurde noch bis Anfang der 1990er Jahre zum Mahlen genutzt. Heute ist sie eine Wanderherberge und Gaststätte. Vielleicht wollt ihr einkehren? An der Mühle vorbei wandert ihr in Richtung Arnstein mit seinen schroffen Felsen und Burgruinen. Am Kleinstein angekommen erwartet euch ein imposantes Felsentor und eine herrliche Aussicht. Der Weg offenbart euch einen steilen Aufstieg zum Großen Polshorn, bevor es wieder hinab zur Kirnitzsch geht. Vielleicht erspäht ihr vom Weg aus eine der seltenen und gefährdeten Weißtannen. Durch die Wolfsschlüchte mit ihren hohen Steilwänden gelangt ihr über den Rosssteig bis auf den zweithöchsten Berg Sachsens: den Winterberg. Vom Aussichtsturm lasst ihr euren Blick über die umliegenden Täler, Wälder und Schluchten schweifen. Habt ihr euch sattgesehen, führt das letzte Stück der Etappe hinab ins Elbtal zum historischen Fischerdorf Schmilka, kurz vor der tschechischen Grenze. Hier liegt euer Zielpunkt, die 2007 rekonstruierte Schmilkaer Wassermühle.

Schmilka – idyllisch und urigFoto: TMGS | Achim Meurer

Malerische Aussichten

Eine Fährfahrt, die ist lustig, eine Fährfahrt, die ist schön! Und genau mit der beginnt die sechste Etappe des Malerwegs: In Schmilka setzt ihr auf die andere Elbseite über. Und schon geht es los! Vor euch liegen etwas mehr als 16 Kilometer erlebnisreiche Wanderstrecke. Der Weg führt euch nach Schöna, wo ihr auf den Caspar-David-Friedrich-Rundweg gelangt, der sich aus dem Elbtal herausschlängelt. Hier fand der der berühmte Maler im Jahr 1818 Inspiration für sein bekanntes Werk „Wanderer über dem Nebelmeer“. Euer nächstes Ziel ist die Liethenmühle, die in einem idyllischen Talkessel liegt. Zeit für eine Rast? Das aus dem Mittelalter erhaltene Fachwerkhaus ist Pension und Gaststätte zugleich. Genug relaxt, nun gelangt ihr über den Malerweg zu den Stufen des Papststein und anschließend zum Gohrisch. Freut euch dort auf abenteuerliche Auf- und Abstiege an den zerklüfteten Tafelbergen. Oben angekommen seht ihr den prachtvollen Pfaffenstein, die Festung Königstein und den Lilienstein. Von hier aus ist es fast geschafft. Nach dem Abstieg ist es nicht mehr weit zu eurem Etappenziel Gohrisch.


Ihr wollt noch mehr zum Malerweg erfahren?
Lest mehr zu den ersten vier Etappen des Malerwegs.
Und entdeckt mit uns Wunderbares entlang des Malerwegs. 

Blick vom Gohrisch auf den PapststeinFoto: S. Rose
 

Besuch auf Festung Königstein

In Gohrisch startet ihr zum nächsten Abschnitt des Malerwegs. Die siebente Etappe ist ungefähr 15 Kilometer lang, bietet aber eine angenehme Wanderstrecke. Unterwegs werdet ihr mit einem tollen Blick auf die Festung Königstein belohnt. Majestätisch ragt sie aus den umliegenden Wäldern hervor. Bald darauf erreicht ihr den Fuß des Pfaffenstein. Als besonderes Erlebnis gilt der Aufstieg durch das enge Nadelöhr. Über Eisenleitern und Felsenstufen kraxelt ihr auf den Tafelberg, wo ihr an der Barbarinen-Aussicht einen grandiosen Ausblick auf die umliegende Landschaft genießt. Der Abstieg über den Klammweg gestaltet sich als bequemes Gegenstück zum Aufstieg. Euer nächstes Ziel ist die Festung Königstein, einer der größten Bergfestungen Europas. Für die Besichtigung solltet ihr ungefähr zwei Stunden einplanen. Neben den eindrucksvollen Festungsanlagen bringt euch das militärhistorische Freilichtmuseum sowie verschiedene Ausstellungen die fast 800-jährige Geschichte des Königsteins näher. Nachdem ihr genug Geschichte geatmet habt, führt euch der Malerweg weiter nach Thürmsdorf. Hier wird süße Kunst gemacht. Denn die Adoratio Schokoladenmanufaktur verarbeitet seit nun zehn Jahren feinsten Kakao. Für eine kleine Stärkung auf dem Wanderweg eignet sich eine Tafel hervorragend. Am Schloss Thürmsdorf vorbei, geht es weiter nach Weißig, wo das Ende der Etappe liegt.

Die Festung Königstein aus der VogelperspektiveFoto: Frank Lochau

Canaletto und Sterl auf der Spur

Endspurt! Viel habt ihr gesehen und erlebt auf dem Malerweg. Kaum zu glauben, dass heute schon die letzte Etappe ansteht. Für die knapp zwölf Kilometer nach Pirna braucht ihr geschätzte fünf Stunden. Von Weißig kommend wandert ihr auf den Rauenstein. Dieser ragt steil aus der Landschaft empor und ist dadurch kaum zu übersehen. Weiter geht es durch die Orte Wehlen-Pötzscha und Naundorf. In letzerem findet ihr das bedeutendste Kunstmuseum der Sächsischen Schweiz, das Robert-Sterl-Haus. Im ehemaligen Wohnhaus des Malers wird heute sein künstlerischer Nachlass ausgestellt. Das Wohnhaus beherbergt neben der Kunst auch originales Mobiliar aus dem 19. Jahrhundert, das der Künstler zu Lebzeiten nutze. Habt ihr den Ort wieder verlassen, kommt ihr am Rande ehemaliger Steinbrüche vorbei zu einem markanten Felsvorsprung, der Königsnase. Kurz darauf trifft der Malerweg auf den Elberadweg und anschließend auf den Canaletto-Weg. Der krönende Abschluss des Malerweg erwartet euch in Pirna in Form des Canalettohauses. Dieses wurde durch das Gemälde „Der Marktplatz zu Pirna“ des bedeutenden venezianischen Vedutenmalers Bernardo Bellotto, genannt „Canaletto“, des Hofmalers Kurfürsten Friedrich August III., bekannt.

Das Canalettohaus in PirnaFoto: Daniel Clarke

Acht Etappen sind geschafft und ihr habt die Sächsische Schweiz von ihrer wunderschönsten Seite gesehen und genossen. Unser Tipp: Besucht die Region zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Denn das Wunderbare ist: mit dem Lauf des Jahres verwandelt sich die Sächsische Schweiz immer wieder in ein klein wenig anderes Naturparadies.

TMGS-Blogger Tom
TMGS-Blogger Tom

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Ein Kommentar

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