Blick auf die Weinreben im Sächsischen Elbland

Für Weinwanderer und Flussradler im Sächsischen Elbland

Mancher Elbradler mag Wehmut im Herzen tragen, wenn er Dresden den Rücken kehrt. Ade, barocke Pracht… Doch schon ein halbes Stündchen später darf sich die Stimmung wieder heben. Im Radebeuler Stadtteil Altkötzschenbroda ist ein Abstecher in den historischen Dorfkern Pflicht: Liebevoll hergerichtete Häuschen, Galerien und Restaurants jeder „Geschmacksrichtung“ verzaubern den Ort mit dem südlichen Flair des leichten Lebens und zum ersten Mal: ein Hauch von Riviera in Sachsen.

Doch weiter führt der Weg an der Elbe, eine leichte Brise zerzaust die Frisur und wenn die Meißner Albrechtsburg sich in den Blick schiebt, ist jeder Gedanke an Dresden vergessen. Die Vorfreude steigt auf das, was die „Wiege Sachsens“ zu bieten hat – denn in Meißen liegen die Wurzeln des heutigen Freistaats. Diese Geschichte lässt sich auf der mächtigen Albrechtsburg erkunden und im Dom, dessen stolze Türme Meißen weithin sichtbar machen. Heute berühmt für sein „weißes Gold“, das Porzellan.

Die traditionsreiche Manufaktur MEISSEN ist unbedingt sehenswert und für eine Kostprobe sächsischer Gastlichkeit empfiehlt sich ein Besuch im urigen Lokal Vincenz Richter, dessen eigenes Weingut verführerisch gute Tropfen produziert.

Rechts der Elbe lässt sich fast in jedem Ort eine Wein-Zeitreise beginnen, die 850 Jahre in die Vergangenheit reicht, vielleicht sogar noch weiter. Denn verbürgt ist der Weinbau im Elbtal seit dem Jahr 1161, auch wenn der bedeutende Meißner Bischof Benno wohl schon um 1100 Rebstöcke in seinem Bistum pflanzen ließ. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts wuchsen die Rebflächen zwischen Elbtal und Lausitz stetig, bis Mehltau, Reblaus und Krieg den Weinbau für viele Jahrzehnte zur Pause zwang. Erst in den 1980er Jahren sorgten erste Enthusiasten für die Belebung dieser reichen Tradition und heute zeugen wieder die typischen Steillagen von der harten Arbeit der Winzer und ihre kleinen Weingüter von der Kunst, das Leben dennoch zu genießen. Die Sächsische Weinstraße verbindet heute die schönsten Abschnitte des sächsischen Elbtals: sonnenverwöhnt und lieblich. Mildes Klima und ein leichtes Lebensgefühl machen Lust auf die Weine der Gegend – und die genießt man direkt beim Winzer, in den Straußwirtschaften am Wegesrand oder in traditionellen Weinstuben und Restaurants.

Wer den Genuss der sächsischen Weine mit aktivem Urlaub verbinden möchte, packt am besten für ein paar Tage – und genießt den „Sächsischen Weinwanderweg“. Zwischen Diesbar-Seußlitz bei Meißen und Pirna ist die 92 Kilometer lange Strecke auf sechs Tagesetappen angelegt, damit immer auch genügend Zeit zum Genießen ist. Dabei bleibt freilich die Qual der Wahl zwischen dutzenden Rebsorten wie Traminer, verschiedenen Burgundern oder Goldriesling. Selbst beim Ambiente kann der Weinwanderer wählen: Barocke Schlösschen, traditionelle Weingüter oder urige Wirtschaften – alles geht im sächsischen Weinland. Und wenn man schon in Pirna ist, bleiben vielleicht noch ein paar Urlaubstage in der Sächsischen Schweiz. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Die beste Gelegenheit, die Weine der Region zu probieren, ist übrigens das Meißner Weinfest vom 26. bis 28. September. Denn kaum ein Winzer lässt sich die Gelegenheit entgehen mit den Genießern seiner edlen Tropfen ins Gespräch zu kommen.

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Sachsen Tourismus

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