Herbstzeit ist Pilzzeit

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen fallen und es kommt wieder mehr Regen. Das hat der Wald auch bitter nötig, nach diesem langen und sehr warmen Sommer. Hier und da hört man Gerüchte, dass es auch um die Pilze in diesem Jahr nicht so gut bestellt ist. Aber das kann man ja selbst herausfinden. Denn was gibt es Schöneres als eine Pilzwanderung? Und wo findet man die kleinen Gesellen und was kann man mit ihnen anstellen? Eins nach dem Anderen: Pilze findet man in gesunden Mischwäldern, oft im Moos, an den Wurzeln von Bäumen und Altholz, das auf dem Waldboden liegt. Aber auch auf Wiesen, an Waldrändern und in Nadelwäldern kann man fündig werden. Natürlich gilt es nur die Pilze zu sammeln, die essbar sind. Am Beliebtesten sind zum Beispiel Steinpilze, Maronen, Butterpilze oder Krause Glucken. Darüber hinaus gibt es noch viele andere Sorte, die essbar sind. In Sachsen gibt es circa 6000 Pilzsorten. Darunter zählen aber auch Baumpilze und Parasiten. Es empfiehlt sich ein Pilzbuch mitzuführen, wenn man im Wald unterwegs ist. Vor Allem, wenn man Pilzanfänger ist. Man benötigt außerdem einen kleinen Korb, ein scharfes Messer und wetterfeste Kleidung und/oder Gummistiefel. Denn es kann schon mal nass werden, wenn man durchs Unterholz stiefelt. Und dann kanns schon losgehen.

 

Es hat etwas meditatives an sich, wenn man mit dem Blick am Boden geheftet durch den Wald wandert, abseits der Wege. Dabei ist ein guter Orientierungssinn unbedingt erforderlich. Denn man will ja auch wieder zurück finden. Es empfiehlt sich beim Start auf dem Smartphone bei Google Maps einen Wegpunkt zu setzen. Dann kann man sich auf dem Rückweg einfach wieder dorthin navigieren.

Ist man erstmal im Wald angekommen und hat die ersten Schritte abseits der Wege getan, wird man von den Geräuschen des Waldes umfangen. Hört man genau hin, kann man vielleicht einen Specht hören, der nach Nahrung im Baumstamm sucht. Oder man hört einen Kauz am frühen Abend. Oder auch einfach nur das Rauschen des Windes in den Bäumen. Es begegnen einem auch Kröten, Waldfrösche oder Blindschleichen, wenn man genau hinschaut.

Wer am richtigen Ort sucht, der findet sicher auch einige leckere Pilze. Dabei ist manchmal auch viel Geduld gefragt und gutes Timing. Wenn es geregnet hat und noch recht milde Temperaturen sind, dann lohnt es sich einige Tage zu warten, bevor man sich auf die Suche macht. Pilze wachsen schnell, aber sie benötigen dann doch drei bis 5 Tage, um zum Vorschein und zu verwertbarer Größe zu kommen. Man sollte nur Pilze mitnehmen, die man einwandfrei bestimmen kann oder die man genau kennt, denn es kann Verwechslungsgefahr mit Giftpilzen geben. Darum unbedingt auf Nummer sicher gehen und im Zweifel den Pilz lieber stehen lassen.

Ist das Körbchen dann gefüllt, lassen sich leckere Gerichte mit den Pilzen zubereiten. Und nach einer Waldwanderung schmeckt so ein Gericht gleich noch viel besser. Ganz klassisch kann man die Pilze mit Kräutern, Speck, Zwiebeln und Butter in der Pfanne braten und dann auf einer gerösteten Scheibe Brot genießen. Aber auch im Risotto oder zu Pasta machen sich Waldpilze ganz hervorragend. Getrocknet kann man sie das ganze Jahr über nutzen, um Soßen herzustellen. Also, auf geht’s!

Sebastian Rapp
Sebastian Rapp

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