Wanderung in den Sonnenuntergang

Kaffee mit Aussicht – Wanderung zum Sonnenuntergang

von Sebastian Rapp

Ein Sonnenuntergang in der verwunschenen Felsenwelt der Sächsischen Schweiz – die Frischluft-Fans Mandy und Seb haben dieses Naturschauspiel vor Kurzem genossen. Und teilen ihren Moment des Glücks und ihre Winterwanderung auf den Papststein und Gohrisch mit uns. Tut es ihnen gleich und folgt euren Füßen – euch erwarten violette Wolkenbänder, ein cremefarbener Himmel, ein Nebelmeer und vielleicht der beste Kaffee der Welt.

Warm-up auf den Kleinhennersdorfer Steinen

Am Vormittag sind wir mit dem Auto von Dresden in die Sächsische Schweiz aufgebrochen. Wir parkten das Auto auf dem Wanderparkplatz zwischen Gohrisch und Papstdorf, direkt an den Aufstiegen zu den beiden Felsen. Allerdings nahmen wir einen kleinen Umweg und wanderten erst entlang der Weinleite vorbei an Papstdorf, mit seiner kleinen Kirche, zu den Kleinhennersdorfer Steinen. Wir kamen an einem kleinen Wildgehege mit Dammwild vorbei und trafen auf den Kleinhennersdorfer Steinen auch einige andere Ausflügler. Scheint ein beliebtes Ziel zu sein. Liegt auch auf der Hand, da diese drei Felsformationen so günstig liegen, dass man sie problemlos auf einer Route nacheinander besteigen kann. Also auf zu den Kleinhennersdorfer Steinen! Dort warteten die erste Aussicht und eine kleine Pause.

Erste Station: Papststein

Nach den Kleinhennersdorfer Steinen folgten wir dem Hauptwanderweg und den guten Beschilderungen zum Papststein. Über eine Treppe durch eine kleine Felsschlucht erreichten wir schließlich den Gipfel, wo eine kleine bewirtschaftete Hütte steht. Es roch nach gutem Essen und es war auch einiges los. Wir wollten aber nur kurz die Aussicht genießen und dann direkt weiter zum Gohrisch aufbrechen. Auf dem Papststein gibt es zwar noch einen Turm, den man besteigen kann, um noch höher übers Land schauen zu können. Aber den haben wir ausgelassen, da es schon so spät war und die Sonne schon reizvoll tief stand. Wir wollten ja den Sonnenuntergang auf dem Gohrisch erleben. Also schnell schnell runter vom Papststein und rauf auf den Gohrisch. Der Abstieg vom Papststein ist abends sogar beleuchtet. So kamen uns sogar noch Leute entgegen.

Zweite Station: Gohrisch

Zum Gohrisch nahmen wir den Aufstieg über die kleine Stiege an der Ostseite des Felsens. Man steigt dabei über einige wenige Holzleitern und Tritte durch eine enge Felsspalte hinauf auf das Plateau. Dort kommt man direkt an einer kleinen Schutzhütte an. Wir hielten uns südwestlich und folgten der Sonne auf einen ausgesetzten Felsen. wo wir es uns gemütlich machten. Die letzten 45 Minuten, bevor die Sonne am Horizont verschwindet, glichen einem Schauspiel. Das Licht wird immer wärmer, während die Schatten immer länger werden. Dabei füllen sich die umliegenden Täler mit Dunst, in dem sich das Licht bricht. Über dem Schneeberg, auf der Grenze zu Tschechien, bildete sich ein Nebelmeer, das im weiteren Verlauf Richtung Nordosten über den Großen Winterberg und die Schrammsteine zog und scheinbar alles unter sich begrub.

Und jetzt einen Kaffee

Es gibt nur wenige Dinge, die besser sind, als in einem solchen Moment einen frisch gemahlenen und aufgebrühten Kaffee vom Campingkocher zu genießen. Währenddessen versank die Sonne immer weiter, rechts von uns schälten sich dunkel der Pfaffenstein, die Festung Königstein und der Lilienstein aus dem Nebel, aufgereiht, wie auf einer Linie. Viel zu schnell war das Naturschauspiel vorüber und schlagartig fielen auch die Temperaturen und Wind kam auf. Nachdem wir also nur noch einen orangen Streifen am Horizont sahen und die Sonne dahinter verschwunden war, packten wir schnell wieder den Rucksack und setzten die Stirnlampen auf. Denn im Abstieg würden wir sie sicher brauchen.

Abstieg aus dem Wolkenmeer

Wir stiegen ebenso wieder ab, wie wir aufgestiegen waren – das war der kürzeste Weg zurück zum Auto. Am Einstieg in den leichten Klettersteig sahen wir noch ein Mal zurück über den Papststein hinweg. Der Anblick des Himmels, der Farben und des Wolkenmeers, war so schön, dass wir hier noch ein Mal kurz innehielten. Während die Wolken bzw. der Nebel die Welt in sich verhüllten, stachen die nahen Erhebungen wie Felsinseln daraus hervor. Über dem Wolkenband lief die Farbe von einem hellen Blau ins Violett zu einem zarten Rosa und den cremefarbigen Himmel aus.

Der Abstieg gestaltete sich unproblematisch. Und nach circa 15 Minuten waren wir wieder wohlbehalten am Auto angekommen – etwas durchgefroren, aber sehr glücklich über diesen schönen Tag.

Eure Anreise

Von Dresden sind es mit dem Auto ca. 40 Minuten bis zum Wanderparkplatz. Ihr nehmt die Autobahn 17 bis Pirna, fahrt durch Pirna hindurch in Richtung Königstein und durchquert Königstein. Kurz nachdem ihr den Bahnhof passiert habt, folgt ihr der Straße rechts abbiegend aufwärts nach Gohrisch und Papstdorf. Wenige Augenblicke später seid ihr am Ziel.

Ihr könntet also auch problemlos mit der Bahn bis Königstein fahren und direkt von dort loswandern. Für einen längeren Tagesausflug im Sommer zum Beispiel bietet es sich an, zusätzlich über den Pfaffenstein zu wandern. Dort kann man noch den berühmten freistehenden Felsen, die Barbarine, auf dem Felsplateau bestaunen, eine Höhle durchklettern und gutes Essen auf der Pfaffensteinbaude genießen.

Infos zur Tour

Unsere Runde war etwa sieben Kilometer lang und entsprach eher einem anspruchsvollen Spaziergang mit leichten Klettersteigen. Wanderschuhe oder zumindest festes Schuhwerk sind auf jeden Fall notwendig. Denn hier und da gab es Eisflächen, größere und kleinere Wurzeln und Steine. Die Wanderung kann aber dennoch gut mit Kindern und auch mit älteren Menschen begangen werden.

TMGS-Bloggerin Cathrin
TMGS-Bloggerin Cathrin

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