Outdoorerlebnisse im Zittauer Gebirge

Ahhhh! Sommer. Endlich ist es warm und die Tage sind lang. Was könnte es da Schöneres geben, als die Freizeit in den Bergen zu verbringen? Unsere Wahl fällt auf das Zittauer Gebirge im Dreiländereck zwischen Deutschland, Tschechien und Polen. Mit seinen beiden höchsten Bergen Hochwald und Lausche (je knapp 800 m hoch) ist es das kleinste Mittelgebirge in Deutschland und ein echter Geheimtipp. Der Gebirgszug verläuft von Osten nach Westen direkt auf der Grenze zwischen Deutschland und Tschechien. Die namensgebende Stadt Zittau ist nur einen Steinwurf entfernt.

Wir packen unsere sieben Sachen – zum Wandern und Mountainbiken. Außerdem noch Badesachen, denn wir wohnen in einem kleinen Ferienhaus im Trixi Park, an den das Trixi Bad angeschlossen ist. Nach dem Sport wird sich sicher eine Möglichkeit ergeben, noch einige Bahnen zu schwimmen oder in der Sauna zu entspannen. Durch die zentrale Lage unserer Unterbringung können wir hervorragend in jede Richtung ins Gebirge starten.

Foto: Sebastian Rapp

Enduristisch ums Oybintal und über die Grenze

So führt uns unsere Biketour erst sanft durch den angrenzenden Wald und über blühende Wiesen nach Jonsdorf, vorbei an vielen traditionellen und für die Region typischen Umgebindehäusern. In den sogenannten Blockstuben in Holzbauweise war früher ein Webstuhl eingebaut. Das Geschoss darüber ist meist aus Stein gebaut und freistehend auf dem Umgebinde der Blockstube errichtet. Die schönen Häuser, mal bunt, mal einfarbig gehalten, zieren die Straßen der kleinen und größeren Dörfer in der Oberlausitz.

Mit den Mountainbikes fahren wir nun um den Talkessel von Oybin, in dessen Mitte eine alte Burgruine auf einem großen Felsblock steht. Den Ort Oybin erreicht man auch von Zittau aus mit der Schmalspurbahn. Im Sommer sogar im offenen Wagon. Wir kurbeln die ersten Höhenmeter bergauf auf der Straße, um die Beine auf Betriebstemperatur zu bringen. Denn gleich beginnen die Trails technischer zu werden und Konzentration ist gefordert.

Foto: Sebastian Rapp

Doch vorher genießen wir noch einen ersten Ausblick von einer Schutzhütte über das Tal zur Großen Felsengasse. Wir beschließen am folgenden Tag zu Fuß zwischen jenen Felswänden zur Töpferbaude zu wandern. Doch vorerst geht es weiter über den Ameisenberg und Pferdeberg, über Wurzeln, alte, in Stein gehauene Treppen, Steine und Felsen und hellgrün leuchtende Heidelbeerteppiche hinab bis zur Teufelsmühle am Ortsausgang von Oybin. Es schüttelt uns gut durch, doch immer mit genügend Flow und Geschwindigkeit. Ein strahlendes Lächeln ist jedem ins Gesicht geschrieben und wir klatschen ab und tauschen uns lebhaft darüber aus, wie spannend und spaßig der Trail uns in die Talkerbe hinab getragen hat.

Foto: Sebastian Rapp
Foto: Sebastian Rapp
Foto: Sebastian Rapp
Foto: Sebastian Rapp

Auf der anderen Seite vom Oybiner Tal geht es vorerst gemächlicher zu. Wir rollen in Richtung Lückendorf durch den Wald über einen breiten Forstweg. Große graue Felsen und immer wieder niedrige Heidelbeersträucher säumen den Wegesrand und es geht sanft aber stetig bergauf. Bis wir auf der Rückseite der Großen Felsengasse ankommen. Dort nehmen wir einen kurzen aber steilen Anstieg, den ich in den Jahren zuvor nur schiebend erklimmen konnte. Verrück, dass das jetzt geht! Muss am neuen Bike liegen.

Foto: Sebastian Rapp

Voller Vorfreude stürzen wir uns in eine weitere Abfahrt. Wir nehmen Fahrt auf, der Trail kippt nach unten über einige Stufen und gröbere Felsenteppiche. Mit einem breiten Grinsen kommen wir an einer Wegkreuzung an, die uns wieder bergauf schickt. So rollen wir gemächlich wieder aufwärts durch den Märchenwald, an hohen grauen Felswänden vorbei und weiter über Stock und Stein. So ist das – wer runterfahren will, muss auch hochfahren.

Eigentlich wollten wir auf den Hochwald fahren. Der direkteste Weg ist die Hochwaldstraße, die sich wie ein graues Band steil aufwärts vor uns aufbäumt. Wir vertagen dieses Vorhaben aber zu Gunsten einiger weiterer Trailabfahrten vom Johannisstein nach Jonsdorf abwärts – irre schnell fliegen wir über eine Wiese und hinein in den Wald über mehr Wurzeln und Steine. Danach umrunden wir im stetigen Auf und Ab die Felsenstadt von Jonsdorf und fahren am Grenzübergang Rabensteine für einen kurzen Abstecher nach Tschechien runter und wieder hinauf zur Lauschewache nach Waltersdorf. Von dort rollen wir über einen letzten Trail zurück zum Trixi Park. Am Ende haben wir auf unserer Runde etwa 950 Höhenmeter und 35 Kilometer zurück gelegt und massig Spaß gehabt.

Foto: Sebastian Rapp

Wanderung durch die Große Felsengasse

Unsere Wanderung starten wir in Lückendorf, wo wir auf dem Wanderparkplatz die Autos abstellen. Schnell noch die Wanderschuhe schnüren, den Rucksack auf den Rücken und los gehts. Erstmal bergauf, natürlich.

Foto: Sebastian Rapp
Foto: Sebastian Rapp

Wir laufen in Richtung Kammloch, um dort den Eingang in die Felsengasse zu nehmen. Es wird dunkler und kühler im Wald. Logisch, die Sonne scheint hier nicht so lang am Tag herein. Wir passieren den Muschelsaal. Vulkanische Kräfte schufen diese Felsformation von Wülsten, Wellen und Kanten an den Steinwänden. Rechts und links des Weges bauen sich nun dunkle Felsformationen auf und ein sicherer Tritt ist gefordert, um nicht zu stolpern. Immer wieder gibt es Aussichtspunkte, die den Blick über den Talkessel von Oybin und in die Oberlausitz öffnen. Man kann Hochwald und Lausche erkennen und die sanften Bergrücken, des Gebirges.

Der Weg führt uns nun leicht aufwärts und wir kommen an der Edmundshütte an – einer kleinen Schutzhütte am Ausgang der Großen Felsengasse. Zum Glück müssen wir keinen Schutz unter dem Hüttendach suchen. Der Regen bleibt oben in den Wolken und wir folgen weiter dem Weg durch einen Lärchenhain zum Scharfenstein. Wie ein Felszahn ragt er gut 40 m aus dem Wald in den Himmel und ist ein beliebter Aussichtspunkt und Kletterfelsen. Aber auch Nichtkletterer können ihn erklimmen. Stahlstufen führen hinauf und oben angekommen wartet eine wunderbare Rundumsicht auf den Besucher. An guten Tagen, vor allem im Frühling und Herbst, wenn die Luft klar ist, kann man von hier sogar den Jeschken mit seinem weißen Turm sehen.

Foto: Sebastian Rapp
Foto: Sebastian Rapp
Foto: Sebastian Rapp

Ein kurzes Stück liegt noch vor uns, bevor wir uns in der Töpferbaude stärken können. Die Strecke über die Luisenhöhe, vorbei an einigen Höhlen und Felsbrocken, wo wir Kletterern kurz zuschauen, lassen wir schnell hinter uns und freuen uns am Ziel angekommen zu sein. Wir bestellen kalte Getränke und etwas aus der Oberlausitzer Küche. Die Töpferbaude steht auf 580 m Höhe und bietet deftige Hausmannskost, wie man sie auf so einer Wanderung gern hat. Neben der Bewirtung kann man hier auch übernachten, erfahren wir vom Wirt. Die großen Fenster des gemütlich urigen Gastraums spenden viel Licht und vom angrenzenden Felsplateau hat man eine hervorragende Aussicht ins Flachland. Die ursprüngliche Töpferbaude wurde bereits 1860 errichtet. Diese fiel jedoch einem Brand zum Opfer. 1905 wurde die jetzige Töpferbaude wiedereröffnet und erfreut sich seither großer Beliebtheit.

Foto: Sebastian Rapp
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Nach der Stärkung machen wir uns wieder auf den Weg und nehmen den Abstieg über die Eisgasse nach Lückendorf zurück.

Foto: Sebastian Rapp

Ausflug auf den Nonnenfelsen

Ein weiteres interessantes Ausflugsziel ist der Nonnenfelsen in Jonsdorf. Man kann ihn sehr leicht erklimmen – eine lange Treppe führt nach oben. Am Fuß des Felsens befindet sich der kleine Gondelteich mit der dazugehörigen Gastwirtschaft. Wir freuen uns über die fast schwarzen Eiswaffeln, in denen uns Softeis serviert wird. Entlang einer großen Wiese führt uns der Weg auf den Felsen. Wir machen Halt am Einstieg zum Klettersteig am Nonnenfelsen, den wir auf unsere „To Do Liste“ für den nächsten Besuch hier setzen. Die Wanderung ist kurz und ideal für einen kurzen gemütlichen Ausflug.

Foto: Sebastian Rapp
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Auf dem Nonnenfelsen befindet sich ein kleines Berglokal mit Biergarten und Aussicht. Wir erkunden die verschiedenen Pfade und Felsfiguren, die sich hier befinden und freuen uns insgeheim schon darauf wiederzukommen.

Foto: Sebastian Rapp
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Nach gut drei Tagen verlassen wir das Zittauer Gebirge mit eindrucksvollen Erlebnissen und schönen Erinnerungen. Auf der Rückfahrt überlegen wir schon, was wir beim nächsten Besuch hier erkunden können und noch mal machen wollen.

Sebastian Rapp
Sebastian Rapp

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