Wanderwoche vom 16.-24. Mai

Unterwegs im Erzgebirge

von Sven Hentschel

Wir kennen uns von der Uni. Aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht mal mehr genau was Jürgen studiert hat. Irgendwas technisches. Wir waren uns auf einer Party begegnet und irgendwie mochte ich ihn, auch wenn er nicht sehr gesprächig war. „Bei uns daheim wird nicht viel geredet“, sagte er und meinte mit „daheim“ ein kleines Dorf bei Annaberg-Buchholz, von dem ich vorher noch nie gehört hatte. Jedenfalls verabschiedete er sich nach jenem Abend mit den Worten: „Kannst ja mal zum Wandern kommen.“

Unser Studium ist längst Geschichte, Jürgen ist wieder im Erzgebirge und wir sehen uns selten öfter als einmal im Jahr. Aber immer wenn ich in der Nähe bin, rufe ich bei Jürgen an. Wenn er am Telefon meine Nummer erkennt, meldet er sich meistens mit der Frage „Wann?“ Das Gespräch ist dann sehr kurz und endet mit „Okay, bis dann.“ Tja und dann … wandern wir.

Das Schönste an diesen Erzgebirgstagen mit Jürgen ist, dass wir wandern und sonst nix. Wir sind einfach unterwegs in der Natur, das ist alles. Auch auf diesen Touren reden wir nicht viel und dennoch habe ich dabei viel über das Erzgebirge und seine Menschen gelernt. Ich sehe, dass Jürgen hier ganz bei sich ist und bei den wenigen einheimischen Wanderern, denen wir unterwegs begegnen, scheint es ganz ähnlich zu sein. Es ist, als bewahrten sie ihre Heimat in sich wie einen Schatz, dessen Wert ein Fremder kaum ermessen kann. Und wenn ich meine Schritte in Jürgens Spuren setze, werde ich zum Teilhaber dieses Schatzes. Ich lerne, den Wald und die Berge mit anderen Augen zu sehen und … ja … auch ein bisschen Wurzeln zu schlagen.

Manchmal weist mich Jürgen auf besondere Pflanzen hin, eine Wildschweinfamilie huscht ins Dickicht und tief atme ich die Frühlingsluft ein. Wie bei jeder unserer Wanderungen kommt eine wunderbare Ruhe über mich. Wahrscheinlich haben Leute wie Jürgen diese Art Ruhe schon von Geburt an „eingebaut“. Wir marschieren durch die Natur, als würden wir nie wieder etwas anderes tun. Bäche kreuzen unseren Weg, ein Eichhäher fliegt kreischend davon. Durch eine Schneise weist mein Wanderfreund in die Ferne. „Die Greifensteine. Schön, oder?“ Ich nicke wortlos.

Am Abend schaue ich mir im Internet noch mal unsere Strecke an und denke, dass jeder seinen Jürgen im Erzgebirge haben sollte. Da fällt mir das Wanderwochenangebot des Tourismusverband Erzgebirge ins Auge: Dutzende geführte Wanderungen mit einheimischen Führern im gesamten Erzgebirge. Kein schlechter Anfang, meine ich.

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Sachsen Tourismus

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