Wandern auf dem Lutherweg

Urlaub für Körper und Seele: Unterwegs auf den sächsischen Pilgerpfaden

Ganz sicher habt ihr das markante Symbol schon gesehen, aber vielleicht nicht gewusst, wofür es eigentlich steht: Die helle Jakobsmuschel auf blauem Grund markiert Pilgerwege. Der Jakobsweg in Spanien gilt als wichtigster Pilgerweg in Europa: Doch auch in Sachsen kennzeichnen die markanten Zeichen Wanderwege für euch, die dem Original in Nichts nachstehen. Im Gegenteil: Die Chancen, dass ihr im Freistaat fernab vom Massentourismus auf einsamen Pfaden wirklich Ruhe und Besinnung findet, sind extrem hoch. Gleich 80 Pilgerwege stehen euch in Sachsen zur Verfügung. Die schönsten davon haben wir für euch unter die Lupe genommen. 

Pilgerweg bei RoitzschFoto: Kati Lange | LTM

Auf uralten Pfaden von Görlitz nach Leipzig

Ganz besonders schöne Landschaften quert der Ökumenische Pilgerweg von Görlitz nach Leipzig. Er orientiert sich am historischen Verlauf der uralten Handelsstraße Via Regia und knüpft an die jahrhundertealte Tradition des Pilgerns an. Der Pilgerweg ist der einzige Jakobsweg in Deutschland, der auf den mehr als 200 Kilometern allein in Sachsen Pilgerherbergen bei Kirchengemeinden, Klöstern, Begegnungsstätten und Familien anbietet. Die verschiedenen Kirchgemeinden des Weges gestalten ihn  mit Gottesdiensten, thematischen Führungen oder Reisesegen mit.

Oschatz liegt am Ökumenischen PilgerwegFoto: Wolfgang Siesing

Pilgern für Beginner: Von Ostritz nach Zittau

Ihr wollt erst einmal etwas kleiner beginnen? Gar kein Problem: Auf dem gut  21 Kilometer langen Zittauer Jakobsweg von Ostritz nach Zittau könnt ihr erstmal testen, wie gut ihr zu Fuß seid. Durch die wunderschöne Auenlandschaft der Neiße bis Zittau gibt es viel zu sehen. Ein wichtiger Punkt der Strecke ist das wunderschöne Kloster St. Marienthal, in dem es auch eine Informationsstelle zum Zittauer Jakobsweg gibt.

Kloster St. Marienthal am Zittauer JakobswegFoto: Archiv TMGS | David Schunack

Für die Besichtigung des Klosters solltet ihr genug Zeit einplanen: Die Zisterzienserinnen-Abtei ist das älteste Frauenkloster des Ordens in Deutschland, das seit seiner Gründung ununterbrochen besteht – und das Klosterbier ist immer einen guten Schluck wert.

Auf Luthers Spuren durch Sachsen

Ihr interessiert euch für Geschichten und Hintergründe der Reformation? Dann ist der Lutherweg in Sachsen mit 25 verschiedenen Punkten zwischen Bad Düben und Löbnitz die richtige Wahl für euch. Hier könnt ihr auf den Spuren des großen Reformators Städte und Orte entdecken, die viele Geschichten zu erzählen haben. Zu den Highlights gehört Torgau, das im 16. Jahrhundert ein wichtiges politisches Zentrum war und heute zu den schönsten Renaissancestädten Deutschlands gehört. Dort könnt ihr Luthers Wohnhaus besichtigen und die Schlosskapelle, den ersten protestantischen Kirchenbau überhaupt. In Kriebstein will eine wunderbar erhaltene mittelalterliche Burg besichtigt werden – mit Burgkapelle, Rittersaal und Burgbrunnen. Und in Löbnitz bieten Muldenufer und Seelhausener See Abkühlung für strapazierte Füße.

Pilgern auf dem Lutherweg in SachsenFoto: Kati Lange | LTM

Weil’s in Gesellschaft mehr Spaß macht

Ihr habt keine Lust, euch allein auf den Weg zu machen? Dann lauft doch einfach mit Gleichgesinnten los! Beim Ökumenischen Samstagspilgern in Mitteldeutschland könnt ihr an verschiedenen Terminen zu ganz unterschiedlichen Zielen aufbrechen 

Ihr seid neugierig geworden? Dann nichts wie los! Und damit ihr abends in der Herberge ein bisschen auftrumpfen könnt, verraten wir euch zum Schluss noch unverzichtbares Insiderwissen zu dem Zeichen, an dem ihr euch bei euren Touren orientiert: Der Legende nach ritt ein junger Ritter dem Schiff entgegen, das den Leichnam des Jakobus nach Spanien bringen sollte. Das Pferd aber scheute, der junge Mann versank im Meer. Auf wundersame – allerdings nicht überlieferte – Weise rettete der tote Jakobus ihm das Leben – und als der Ritter wieder auftauchte, war er über und über mit der auffälligen Muschel bedeckt, die seither als Erkennungszeichen der Pilger dient. Seit dem frühen Mittelalter dient die Jakobsmuschel als Beweis für eine erfolgreiche Pilgerreise. Bis heute tragen Pilgerer die Muschel an ihrem Rucksack, sie gilt als Erkennungszeichen derjenigen, die sich zu Fuß auf eine ganz besondere Reise gemacht haben.

Gemeinsam unterwegs auf dem LutherwegFoto: Kati Lange | LTM

Seid ihr denn auch schon in Sachsen gepilgert? Erzählt uns gerne, wo und was ihr unterwegs gesehen und erlebt hat. 

TMGS-Blogger Uwe
TMGS-Blogger Uwe

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