Power-Rafting

Wild’n’wet in Markkleeberg

von Johannes Philips

War ja klar, dass es nass werden würde. Aber so nass? Gerade lässt der Miniwasserfall das Schlauchboot wieder über die Seite rollen und Guide Frank lacht, während seine sieben Schützlinge sich fest an ihre Paddel klammern. Vom Heck brüllt er sein Kommandos. „Rechts vorwärts, links rückwärts!“ Das Boot dreht sich kurz, von hinten tönt ein knappes „Achtung!“ und kaum stehen die acht Paddel senkrecht, trudelt die ganze Fuhre durch die Stromschnellen. Trocken ist längst keiner mehr im Boot. Nirgendwo. Die nächste Welle flutet das ganze Boot, Stechpaddel graben sich tief in tosende Strudel.

„Da können wir Dich mal richtig nass machen!“ Das waren die Worte meiner Kumpels, mit denen sie mir zum Geburtstag gratulierten und den Gutschein übereichten. Kanupark Markkleeberg? Klang erstmal harmlos, aber was solls? Bei der gründlichen Einweisung vor Ort ist dann von 10.000 Liter Wasser die Rede – pro Sekunde! 270 Meter ist der Rundkurs lang und trotz Neoprenanzug, Schwimmweste und Helm bleibt kein Auge und – wie gesagt – auch sonst nichts trocken. Nach einer halben Stunde Theorie weiß man jede Menge über mögliche Verletzungen im Wildwasserkanal und hofft, hier irgendwie wieder heil rauszukommen. Einzige Chance: „Das Wort des Guides ist Gesetz!“

Die ersten zwei Runden sind das Aufwärmprogramm, aber das weiß man erst in Runde drei. Frank dirigiert seine Mannschaft jetzt in allen möglichen Variationen über, um oder durch die künstlichen Wasserhindernisse. Mal rutscht das blaue Schlauchboot rückwärts eine Wasserwalze hinab, dann sorgt ein Manöver dafür, dass sich die Steuerbord-Besatzung in einem tosenden Wasserschwall wiederfindet. Kurz darauf brüllt Frank „Ins Boot!“ und hastig schlüpfen sieben Füße aus den Halteschlaufen und die zugehörigen Körper kauern sich zwischen den blauen Wülsten des Boots zusammen. Sie wissen: Jetzt wird’s besonders ruppig…

Nach einer halben Stunde im Kanal werden die Arme schwer, Wasser und Schweiß vermischen sich auf der Haut. „Na? Ein Kentermanöver?“ Franks Frage ist rhetorisch. Natürlich wird gekentert! Die Paddel ans Ufer, alle Mann ins Heck und langsam treibt das Boot rückwärts auf eine Wasserwalze zu. Dann geht alles in ganz schnell: In Sekundenbruchteilen fliegt der Bug nach oben, die Wassermassen ziehen das vollbesetzte Hinterteil in die Tiefe. Rundum nur Wasser und Arme und Beine und Schutzhelme und keine Luft. Paddeln, schwimmen … endlich: Luft holen … ans Ufer kraulen. Tief durchatmen, geschafft! Die letzten beiden Runden lässt Frank noch mal ein bisschen Gas geben. Längst ist die Crew eingespielt, die Kommandos vom Heck sind eine Sekunde später Realität. Nochmal rückwärts durch die Stromschnellen, eine letzte Auffahrt mit dem Bootslift und der finale Power-Parcours, eins, zwei, drei, vier… Der Spaß ist noch immer riesig und im Zielbecken geht die Mannschaft von Bord. Natürlich rückwärts ins Wasser.

Haben Sie Lust gewonnen? Dann besuchen Sie doch die Seite des Kanuparks: www.kanupark-markkleeberg.com

Nähere Informationen zum Leipziger Neuseenland unter: www.leipzigerneuseenland.de

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Johannes Philips

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4 Kommentare

  1. Hi,
    Danke für den Tip. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Touren, die ich mal testen kann. Der Kanupark Markkleeberg steht jetzt definitiv auf meiner Liste.
    Gruß

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